Holpriger Start in die Saison

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TV Knielingen
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TVK gewinnt erstes Pflichtspiel nach der Zwangspause

Karlsruhe. Der TV Knielingen startete erfolgreich mit zwei Punkten in die neue Spielzeit. In eigener Halle besiegte man Aufsteiger Hockenheim mit 30:26 (10:12).

Bereits ein Blick auf die Tribüne vor dem Anwurf zeigte, dass man es an diesem späten Nachmittag in der Knielinger Reinhold-Crocoll-Halle nicht mit einem „normalen“ Handballspiel zu tun hatte. TVK-Handballabteilungsleiter Sven Palec und sein Team bereiteten sich bereits in der Vorwoche intensiv auf das erste Spiel seit knapp 200 Tagen vor. Das erstellte Hygienekonzept, zuvor von der Stadtverwaltung abgesegnet, wurde haargenau umgesetzt und auch von den Zuschauern vorbildlich eingehalten. „Da sind wir schon sehr froh, dass das alles so gut funktioniert hat.“, erklärt Pressesprecher Thomas Holstein. Um den Abstand auf der Tribüne einhalten zu können, waren im Vorverkauf nur 60 Eintrittskarten verkauft worden. Auf eine Abendkasse wurde bewusst verzichtet. „Die Gesundheit der Zuschauer, Spieler, Betreuer, Ordner und Helfer steht an erster Stelle. Klar, dass das in Allem kein gewohntes Handballspiel war.“, sagt Thomas Holstein, der ergänzt: „Es gab keine Probleme und die Fans haben sich absolut vorbildlich verhalten. An dieser Stelle möchte ich allen herzlich danken.“

Kein einfacher Saisonbeginn war es auch in sportlicher Hinsicht. „Es war ein holpriger Start. Beide Mannschaften machten viele Fehler und ließen im Angriff einige freie Bälle liegen.“, erklärt TVK-Trainer Jochen Werling. Von Anfang an sahen die Zuschauer ein Spiel das hecktisch hin und her ging. Auch wenn die Knielinger zunächst 2:0 in Führung lagen, gab ihnen das keine Sicherheit. „Wir waren in der ersten Halbzeit im Angriff viel zu statisch. Dann kam eine schlechte Passqualität und technische Fehler hinzu. Abschlüsse aufs Tor haben wir kaum zustande gebracht und der Rückstand war dann auch folgerichtig.“ In den ersten 15 Spielminuten brachten beide Teams gerade mal jeweils fünf Würfe im gegnerischen Kasten unter. Beim 5:6 führten die Gäste aus der Rennstadt erstmals. Die Führung wechselt nun regelmäßig. Aber zur Pause waren die Hockenheimer nicht unverdient mit zwei Toren vorn (10:12).

„In der Halbzeitpause haben wir einiges umgestellt und nahmen uns vor, mehr Tempo zu machen, um die einfachen Tore zu erzielen.“, sagt Jochen Werling. Allerdings hatten die Knielinger Abwehrrecken weiterhin keinen Zugriff zum Spiel. So kassierten die Knielinger viel zu einfach Gegentore. Zu selten gelang es bei einigen HSV-Angriffen in Serie ohne Gegentor zu bleiben. Erst nach der 45. Spielminute wurde es deutlich besser. Die Fächerstädter schienen buchstäblich einen Schalter umgelegt zu haben. Aus einem 16:19-Rückstand wurde in nur sechs Minuten eine eigene 24:21-Führung (52.), wobei zwei Hockenheimer Zeitstrafen in dieser Phase kein Nachteil für die Knielinger waren. Mehrfach nahm der Gästecoach den Torhüter heraus, um im Angriff einen weiteren Feldspieler einsetzen zu können. Dabei brachten sich die Männer von Jochen Werling dreimal kompromisslos in Ballbesitz und trafen ins leere Tor des Gegners. Das gab den Hausherren sichtbar Auftrieb. Über die Zwischenstände 25:22 und 28:24 ließen sie sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Am Ende waren es vier Tore Differenz (30:26) und beide Punkte blieben in Knielingen.

Dennis Estedt war mit zehn Treffern der erfolgreichste Werfer (Foto: Arndt)

Jochen Werling zog seine Bilanz des Spiels: „Mit zwanzig Toren in der zweiten Spielhälfte war es ein solider Auftritt meiner Mannschaft. Beide Mannschaften hatten Probleme in den Wettkampfmodus zu kommen. Das dauert und braucht seine Zeit. Mit der Zeit werden dann auch weniger Fehler gemacht. Das ist was ganz anderes wie ein Trainingsspiel, wenn man wirklich gefordert wird und man weiß, dass man etwas zu verlieren hat.“

Nicht besser wird die Knielinger Personalsituation in den nächsten Wochen. Kornej Tjart ging bereits angeschlagen ins Spiel. Tim Kusterer blieb verletzungsbedingt der Platz auf der Bank. Bei Yann Majunke, ein Aktivposten im Spiel des TVK an diesem Tag, steht eine Knie-OP an. Philipp Schollmeyer befindet sich weiter im Aufbautraining. Durch die Spielverlegung des Derbys in Stutensee haben die Knielinger nun vierzehn Tage Zeit bis zum nächsten Heimspiel gegen Wiesloch. „In den zwei Wochen können wir gezielt arbeiten. Ich bin heute einfach froh, dass wir das Spiel gegen einen Gegner gewonnen haben, der nicht schlecht war. Das ist es was zählt, auch wenn nicht alles gut war. Die Punkte nimmt uns keiner mehr.“.

Aufstellung TV Knielingen:

Pascal Fuchs (Tor, 1), Lucas Zanki (Tor), Benny Borrmann (1), Robin Hörsting (4), Felix Wald (2), Jochen Werling, Phillip Ast (1), Dennis Estedt (10/5) Kornej Tjart (1), Jochen Rabsch (3),  Lukas Metzger (2), Daniel Schwager, Yann Majunke (5), Yann Hippert.