Das Derby zwischen den beiden Spielgemeinschaften hatte eigentlich keinen Sieger verdient

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Badenliga Männer                

SG Stutensee-Weingarten :  SG Heidelsheim/Helmsheim   26:27    (13:13)

 

(es) Am frühen Samstagabend endeten im Derby zwischen dem Dritten der Badenliga und dem Tabellenfünften zwei kleine Serien. Allerdings hatte die gastgebende SG Stutensee-Weingarten weniger Freude am Ausgang der Partie als die gegnerische SG Heidelsheim/Helmsheim, denn die Truppe von Trainer Steffen Bechtler verlor nach drei siegreichen Begegnungen in der Englischen Woche recht unglücklich mit 26:27. Die Schützlinge von Trainer Sandro Catak beendeten mit dem Sieg eine Negativserie von drei sieglosen Partien und meldete sich im Kampf um die Meisterschaft zurück.

 

Sascha Helfenden war erneut ein großartiger Rückhalt für seine SGSW (Foto: cls)

In der 48. Minute schien die Welt für den Tabellenfünften aus Stutensee-Weingarten noch in Ordnung, denn Max Waltert hatte gerade das 22:16 für sein Team erzielt und damit die Differenz auf sechs Tore ausgebaut. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Abwehr der Hausherren den Gegner sicher im Griff und strebte einem eindrucksvollen Heimsieg entgegen. Im Moment muss man allerdings in den Handballhallen mit Prognosen sehr zurückhaltend sein. In mehreren Partien haben Mannschaften einen sicher geglaubten Vorsprung in der Schlussphase noch vergeigt. Der Knackpunkt in der Begegnung zwischen den beiden mittelbadischen Rivalen kam nach der Auszeit von Trainer Catak. Der pfiffige Coach der Gäste ließ zwei Rückraumspieler der SGSW in enge Manndeckung nehmen und zerstörte damit die bis dahin glänzende Struktur der Bechtler Sieben. Der Übungsleiter der Gastgeber gab nach Ende der Partie dann auch zu: „Wir haben es nicht verstanden gegen diese offene Variante eine Lösung zu finden. Teilweise schlossen wir unsere Angriffe zu schnell ab oder wir vergaben selbst aussichtsreiche Chancen. Uns hat in dieser Phase einfach die notwendige Geduld und Übersicht gefehlt.“

Innerhalb von vier Minuten nutzten die Gäste aus dem Saalbachtal jeden Fehler der

Marvin Kikillus entwischte immer wieder der gegnerischen Abwehr (Foto: cls)

Hausherren und arbeiteten sich in der 53. Minute auf 22:21 heran. Hilfreich für die Catak Jungs war wohl auch, dass sich die SGSW in diesem Abschnitt zwei Strafzeiten leisteten und ihr eigener Torhüter David Krypczyk mit einigen glänzenden Paraden Hilfestellung zur Temposteigerung seiner Mannschaft gab. Dem Anschlusstreffer durch Raphael Blum, der von der Siebenmeterlinie erfolgreich war, ging eine Szene voraus, die den Spielverlauf nicht unwesentlich beeinflusste. Nils Pollmer, der erst zu Beginn der Runde von der SGHH zur Bechtler Truppe gewechselt war, hätte seiner hervorragenden Abwehrleistung die Krone aufsetzen können. Mit reaktionsschnellem Einsatz stahl er dem Gegner die Harzkugel und versuchte sie im leeren Gehäuse der Gäste unterzubringen, traf aber leider nur den Pfosten. Pollmer erkämpfte sich noch den zurückprallenden Ball, wurde jedoch bei seinem folgenden Wurfversuch unsanft gebremst. Der erwartete Siebenmeterpfiff blieb aus. Die SGSW zeigte aber weiterhin die Leidenschaft, die sie in den vergangenen drei Partien so erfolgreich agieren ließ und baute in der Schlussphase den Vorsprung noch einmal auf zwei Tore aus. Eine weitere fragwürdige Zeitstrafe gegen die Hausherren brachte der Catak Sieben dann einen wichtigen Vorteil. Neunzig Sekunden waren noch auf der Uhr als André Ockert gegen seine ehemaligen Kameraden erfolgreich zum 26:26 für seine Farben ausglich. Torhüter Krypczyk verhinderte anschließend mit einer Parade den Führungstreffer durch Spielmacher Marvin Morlock. Im Gegenzug gelang Sascha Lehnkering noch der glückliche Siegtreffer für die Gäste.

Die Partie zwischen den beiden Spielgemeinschaften war gerade in der Schlussphase umkämpft (Foto: cls)

Diese Partie in der Emil-Arheit-Halle in Grötzingen hatte nach Meinung der beiden Trainer eigentlich keinen Sieger verdient. In den ersten dreißig Minuten sahen die Zuschauer zwei Teams, die einen schnellen und kampfbetonten Handball boten und leistungsgerecht mit 13:13 in die Kabinen gingen. Nach dem Wechsel dominierten zunächst die Hausherren. Sie trugen aus einer kompakten Abwehr mit einem sicheren Sascha Helfenbein im Kasten, der unter anderem zwei Siebenmeter parierte, gut strukturierte Angriffe vor. Die Bechtler Truppe setzte die Leistung aus den letzten drei Spielen fort und erarbeitete sich den sicheren Vorsprung von sechs Toren. In der Schlussphase erwies sich der Favorit aus Heidelsheim/Helmsheim einen Tick cleverer und entführte deshalb beide Punkte. Die Zuschauer sahen eine Partie auf hohem Niveau, die eine gute Werbung für diesen Sport war.

Nach Spielende gaben beide Trainer noch ihr Statement ab. Steffen Bechtler war noch sichtlich erregt vom Ende der Auseinandersetzung:“Es ist extrem bitter, wenn man sieht was wir bis zur 48. Minute in der Abwehr gegen den haushohen Favoriten geleistet haben, war dies schon überragend. Negativ für uns waren letztendlich die zehn Minuten in der Schlussphase. Wir sind da zu hektisch geworden und ich hatte leider keine Auszeit mehr. Es ist schade, dass die Jungs sich für ihre tolle Leistung nicht selbst belohnen konnten.“

Trainer Catak war dagegen wesentlicher glücklicher über Ausgang: „Eigentlich waren wir in der 48. Minute tot. Wir hatten dann einige Ballgewinne und nutzten diese zu einem 6:0 Lauf. Ich glaube das zeichnet uns in dieser Runde aus, dass wir bis zum Schluss an uns glauben. Es ist das dritte Spiel das wir am Schluss noch umgedreht haben. Handball ist weitgehend eine Einstellungssache. Wenn du richtig kämpfst, dann ist es für jeden Gegner schwer gegen dich zu spielen.“

 

Für die SGSW spielten: Sascha Helfenbein, Pascal Duck  –  Kai Rudolf (4), Max Waltert (2), Vedran Dozic, Max Weickum (2), Justus Bieberstein (4), Jan Lasse van den Heuvel, Nils Pollmer (2), Marvin Morlock (5/3), Marvin Kikillus (4), Felix Mügendt (3)

 

Für die SGHH spielten: Bastian Boudgoust, David Krypczyk  –  Sedric Dietz (1), Jakob Steinhilper (1), Benjamin Boudgoust (1), Stefan Keibl (2), Dominik Kistner, André Ockert (5), Jascha Lehnkering (4), Raphael Blum (7/1), Maximilian Strüwing (4), Matthias Junker, Michael Förster (1), Daniel Badawi (1)