Ein Abend für die Geschichtsbücher

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TG Laudenbach
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TV Hemsbach erleidet beim 32:17 ein Debakel gegen die TG Laudenbach

„Derbysieger, Derbysieger…“ hallte es bereits kurz nach der Halbzeitpause durch die Bergstraßenhalle. Und die Fans der TG Laudenbach sollten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Recht behalten. Aber was war zuvor geschehen?Es war Derbytime in der der Handball-Landesliga. Rückspiel in Laudenbach. Revanche wollte man nehmen beim TV Hemsbach für die Niederlage vor einigen Monaten in eigener Halle. Und es war angerichtet. Eine zum Bersten volle Zuschauertribüne mit Temperaturen im Saunabereich, zwei gut gelaunte Schiedsrichter und zwei Mannschaften, die sich als direkte Tabellennachbarn auf attraktiven Positionen im vorderen Drittel in der Tabelle befinden.Das Spiel begann entspannt, freundschaftlich, man klatschte sich ab. Beide Mannschaften standen von Beginn an stabil in der Abwehr, wenig Tore zunächst, fast schon langweilig. Hemsbach legte nur einmal zum 0:1 vor, dass war es dann aber auch. Denn postwendend glich J. Hähnel mit einer sehenswerten Einzelaktion aus. Laudenbach um die Trainer Pittner und Kreis hatte zuletzt gut trainiert und konnte personell fast aus dem Vollen schöpfen. Mit dem wuchtigen Volk und seinen vier Toren hatte man den stärksten Spieler der ersten Viertelstunde in den eigenen Reihen. So konnte man schnell in Führung gehen und aus einem noch knappen 5:4 wurde binnen 7 Minuten ein 10:4. Es passte in dieser Phase einfach alles. Fischer hielt gleich den ersten gegnerischen 7-Meter, Teurer und Mix erwischten auf den Außenpositionen einen Sahnetag, Schupp beeindruckte mit Spielwitz und tollen Kreisanspielen und Jungshooter Wilkening traf ab der 22 Minute nach Belieben. Und bei Hemsbach? Da kam von Beginn an zu wenig für einen Tabellendritten mit nur 6 Minuspunkten. Klar, man bemühte sich, aber was fehlte war Leidenschaft, unbedingter Wille, letztlich einfach die spielerischen Möglichkeiten. Und wenn mal ein Ball aufs Tor kam, wurde er vom gut aufgelegten Hähnel meistens entschärft. Beim 14:7 ging es in die Halbzeit.Danach dasselbe Spiel. Hemsbach gelang im Grunde wenig bis gar nichts und Laudenbach musste nur sein Spiel fortsetzen. Kein sonderlich spektakuläres Spiel, aber beeindruckend effizient. Fast jeder Wurf aufs gegnerische Tor fand sein Ziel. Selbst Torhüter Hähnel traf zweimal über die gesamte Halle, als der Hemsbacher Trainer Helbig bei Unterzahl seine Torhüter für einen sechsten Feldspieler ersetzte. Eine an diesem Abend verhängnisvolle Maßnahme, die gnadenlos bestraft wurde. Aus dem 14:7 wurde ein 21:8. Hemsbach nahm seine zweite Auszeit. Aber sämtliche Taktikänderungen blieben wirkungslos. Offensivere Abwehr, Manndeckung etc. Laudenbach hatte auf alles eine Antwort. Mit dem quirligen Seibel auf Außen, „Oldie“ Jumic von der 7-Meter-Linie, Spielgestalter Leide, Schott am Kreis, Büntig im Abwehrverbund oder Roll im Tor. Jeder leistete an diesem Abend seinen Beitrag. Es machte einfach nur Freude, zuzuschauen. Schon früh erhoben sich die Zuschauer unter dem Lärm der Fanfaren und Trommeln, um der Laudenbacher Mannschaft ihre Anerkennung zu zollen. Das Spiel war längst entschieden. 32 zu 17 stand es am Ende. Vermutlich historisch. Selten hinterließ ein Spiel solch eine Wirkung. Noch bis tief in die Nacht diskutierten und feierten Spieler und Fans feuchtfröhlich in der Halle. Das nächste Derby kann kommen. (TT)

TG Laudenbach: L. Hähnel (2), Fischer und Roll im Tor; Schupp, Schott (1), Volk (5), Leide (1), Wilkening (5), Büntig, Teurer (5), Seibel (2), Hähnel (2), Jumic (5/3), Mix (4).