Die SG Stutensee-Weingarten holt sich Erfahrung an Bord

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Stefan Jochim will nach längerer Pause bei der SGSW doch noch einmal einen Restart versuchen (Foto: cls)

„Des einen Leid, ist oft des anderen Freud“, dieses Sprichwort trifft aber nicht auf die Sportler der SG Stutensee-Weingarten zu. Liebend gern hätten die Verantwortlichen die beiden neuen Akteure für das Badenligateam verpflichtet, ohne dass sich Jungtalent Felix Mügendt so schwer verletzt hätte. Da der Rückraumspieler aber für längere Zeit in der Reha auf sein Comeback hinarbeiten wird, musste für das Team Ersatz her. Steffen Bechtler und Ralf Hofheinz haben in der Weihnachtspause wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen und haben nun gleich zwei Lösungen zu präsentieren.

 

Für den Rückraum kehrte der Rechtshänder Christian Moscnek zu Spielgemeinschaft zurück. Er wurde Ende der Saison 2015/16 von der HSG Weingarten verabschiedet und nahm sich eine Auszeit vom Handball. Nach zweieinhalb Jahren nimmt er nun einen neuen Anlauf in der Sportart, die ihn aus der Jugend der SG Kronau/Östringen in den Seniorensport führte. Ein Kreuzbandriss, den er sich in der A-Jugend zuzog, zwang ihn zunächst einmal im Sport kürzer zu treten. Er legte damals den Schwerpunkt auf eine berufliche Ausbildung, wohlwissend, dass er zu diesem Zeitpunkt seinen Lebensunterhalt nicht mit der Harzkugel würde bestreiten können. Nach einer zweiten Knieoperation hat er dann doch wieder Lust auf Handball verspürt und hat beim TV Bretten einen Neustart unter

Christian Moscnek kehrt zur SGSW zurück und möchte mit ihr in der Badenliga wieder angreifen
Foto: cls)

Trainer Henning Paul begonnen. Die hohe Belastung mit dreimal Training hat ihn veranlasst, dann doch zuerst seine berufliche Laufbahn zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Über die Stationen Forst und Neuthard fand er den Weg nach Weingarten, wo er für die HSG in der Badenliga auflief. Nach langer Abstinenz von seinem Lieblingssport kam dann der Anruf von Tim Knoll. Der Sportliche Leiter der Spielgemeinschaft fragte Christian, ob er nach der Verletzung von Felix Mügendt, sich vorstellen könnte, seine ehemaligen Kameraden im Kampf um die Punkte zu unterstützen. Da er auch während seiner Auszeit als Aktiver bei der SGSW weiterhin als Jugendtrainer bei der männlichen C1 tätig war, fühlte er sich immer noch mit diesem Team verbunden und nahm das Training bei Steffen Bechtler auf. „Ich gehe davon aus, dass ich noch einige Zeit brauche, bis ich zu meiner vollen Leistungsfähigkeit zurückfinden werde, aber die ersten Einheiten machen Mut,“ erklärte der ambitionierte Rechtshänder.

 

Der zweite Neuzugang hat sich seine Grundkenntnisse für den Leistungssport Handball ebenfalls bei der SG Kronau/Östringen erarbeitet. Stefan Jochim spielte nach der Jugend kurz in Neuthard und traf dort auf Steffen Bechtler. Weiter entwickelte er sich dann bei der SG Kronau/Östringen II und wechselte zur Saison 2014/15 zum Ligakonkurrenten SG Nußloch. Nach einer sehr erfolgreichen Saison 15/16 in der Dritten Liga Süd zog sich Stefan im Augusst 2016 einen Kreuzbandriss zu und musste die gesamte Runde pausieren. Zum Abschluss der Saison gab Jochim mit 28 Jahren das Ende seiner sportlichen Karriere bekannt und orientierte sich gleichzeitig beruflich nach England. Für ein Jahr hielt er sich in der britischen Hauptstadt London auf und kehrte nun 2019 in seine Heimat zurück. Trainer Bechtler hat sich an alte Zeiten erinnert und einmal vorsichtig bei dem Spielmachertyp angefragt, ob er die SGSW für den Rest der Runde unterstützen könnte. „Es gab dann eine

Stefan Jochim will nach längerer Pause bei der SGSW doch noch einmal einen Restart versuchen
(Foto: cls)

Aneinanderreihung von Umständen, die dazu führten, dass ich letztendlich zusagte. Zum ersten hatte ich einige Male bei Patrick Körner bei der TSG Wiesloch mittrainiert und hatte wieder ein bisschen „Blut geleckt“ was den Handball betraf. In der Historie meiner Vergangenheit habe ich nach der Jugend in meiner ersten Zeit im Seniorenbereich in Neuthard den Steffen kennen und schätzen gelernt. Rouven Martus hat auch eine Rolle gespielt, der darauf hingewiesen hat, dass ich mit einer Rückkehr zum Handball liebäugle, so hat er es anscheinend aus den sozialen Medien entnommen und dann rief mich Steffen Bechtler an. Er schilderte mir seine Situation und bat mich um Hilfe. Ich sah plötzlich für mich die Chance, Handball in einem etwas gemilderten Rahmen zu beginnen. Gemildert gegenüber der Belastung der Dritten Liga, aber dennoch schon in einem gewissen professionellen Umfeld. Es bot sich die Möglichkeit Handball wieder auszuprobieren. So kann ich dem Steffen helfen und für mich ausloten, relativ ergebnisoffen schauen, was nach zwei Jahren Pause noch möglich ist,“ schilderte der erfahrene Spielmacher seinen Versuch wieder der Harzkugel nachzujagen. Nach den ersten Trainingseinheiten mit der Mannschaft war er schon von seiner Entscheidung überzeugt. Neben einigen bekannten Gesichtern wie Martus oder Kai Rudolf, mit dem er in Kronau/Östringen zusammenspielte, lernte er vor allem die vielen jungen Talente der Spielgemeinschaft aus der Hardt kennen und fand sie durchweg „sehr sympatisch“.

 

Trainer Bechtler wird die beiden Neuen nun vorsichtig in sein System einbinden, weiß aber auch, dass nicht sehr viel Zeit dazu bleibt. Es stehen eine Reihe von richtungsweisenden Begegnungen an. Schon die Partie am Samstag in Friedrichsfeld wird zur echten Herausforderung für Trainer und Mannschaft.

 

Die SG Stutensee-Weingarten hat aber noch einen weiteren Coup gelandet. Für die athletische Ausbildung der Mannschaft wurde mit Uwe Barthel ein Mann geholt, der als absoluter Könner auf diesem Gebiet gesehen werden darf. „Es war eine reine Zufallsgeschichte wie ich bei Stutensee-Weingarten gelandet bin,“ erklärte der erfahrene Physiotherapeut. Über 20 Jahre hat er am Leistungszentrum der Rhein-Neckar Löwen in Kronau in seinem Fachgebiet und als Athletiktrainer erfolgreich gearbeitet und hat sich dann von diesem Verein getrennt. Trainer Bechtler war schon einige Zeit auf der Suche

Steffen Bechtler hat bei der SGSW Zuwachs für das Trainerteam bekommen. Ab sofort wird sich Uwe Barthel um die Athletik des Herrenteams kümmern.

nach einer Verstärkung für die Ausbildung im physischen Bereich und wurde schnell mit Uwe Barthel handelseinig. Inzwischen hat Uwe bei den Bechtler Schützlingen mit der Arbeit begonnen und bereitet sie zusammen mit Steffen auf die noch ausstehenden Paarungen in der Badenliga vor. „In Kronau war ich ständig in der Bringschuld. Stutensee/Weingarten ist für mich eine neue Herausforderung. Die jungen Spieler wollen noch viel von mir lernen und wollen in jeder Einheit etwas mitnehmen. Sie müssen sich natürlich darüber klarwerden, dass nicht die Anzahl der Trainingseinheiten den Erfolg beeinflusst, sondern vor allem die Intensität,“ fügte der engagierte Trainer hinzu.

 

Die Verantwortlichen des Badenligateams haben in der Weihnachtspause mit der Verpflichtung der beiden Spieler und des Athletiktrainers einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan.

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