Die Geister der Vergangenheit schwinden

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SG Leutershausen
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Die Geister der Vergangenheit schwinden

(msc) Die SG Leutershausen II zieht mit der Spitzengruppe gleich – zumindest was die Pluspunkte angeht. Durch den 31:25 (15:10)-Sieg gegen den Abstiegskandidaten TSG Ketsch holen sich die Rot-Weißen die Punkte 13 und 14. Allerdings hat die SGL II auch schon zehn Minuspunkte angesammelt, Spitzenreiter HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim nur vier. Dennoch ist ein deutlicher Aufwind zu spüren, die Geister aus der letzten Saison, in der kam Punkte möglich waren und der letzte Platz bereits früh feststand, schwinden. „Die Jungs glauben immer mehr an sich“, freut sich Trainer Roger Grössl: „auch das sie sich über ihre eigenen Fehler mehr ärgern als über die der Mitspieler ist ein sehr positives Zeichen.“ Alles in allem sei deutlich festzustellen, dass das Selbstvertrauen der Mannschaft wieder wächst. Gegen die extrem kampfstarken Gäste hat seine Mannschaft es geschafft, den Kampf anzunehmen und den erfolgreicheren Handball zu produzieren. „Gegen Ketsch kannst du keinen Handball spielen, da musst du kämpfen“, wusste Grössl bereits vor dem Aufeinandertreffen. Auffällig im Bergsträßer Team ist insbesondere die Verteilung der Tore: während in der letzten Saison die Hauptlast meist auf wenigen Schultern verteilt war, fällt es aktuell schwer, einen Haupttorschützen herauszudeuten. „Das Gefühl für die Mitspieler wird besser, da verteilen sich die Tore dann“, sagt Grössl und ergänzt: „der Gegner muss sich so auch immer wieder etwas Neues einfallen lassen und kann nicht ein oder zwei Spieler aus dem Spiel nehmen.“

Fest entschlossen, aus dem Tabellenkeller zu entfliehen, gab die TSG vom Anpfiff weg alles. Eine zwei-Tore-Führung nach drei Minuten sprang dabei für die „Moskitos“ heraus, die das Team von Michael Angstmann und Maik Kemptner auch bis in die neunte Minuten aufrecht erhielten. Doch die Hausherren wussten, dass sie mit einem Sieg weiter an den Spitzenplätzen dran bleiben würden und fingen sich. „Wir hatten mit unserer 6:0-Abwehr Startschwierigkeiten und haben Ketsch nicht richtig in den Griff bekommen“, beschreibt SGL II-Coach Grössl: „Als wir auf eine 3-2-1-Deckung umgestellt haben, konnten wir dann schnelle Angriffe spielen.“ Maximilian Drommer erzielte den 3:4-Anschluss, Moritz Klapdohr legte den Ausgleich nach. Es kristalisierte sich eine ausgeglichene Partie heraus, Felix Gaa brachte die Gäste nach 16 Spielminuten noch einmal in Front. Es sollte die letzte TSG-Führung bleiben, auch weil die taktischen Maßnahmen der Rothemden fruchteten. „Raul Lazaro Garcia war hinter der offensiven Abwehr souverän“, weiß Grössl. Zehn Sekunden nach dem 7:6 durch Gaa wurde Marcel Impertro für zwei Minuten auf die Bank geschickt, die 1b der SG Leutershausen drehte die Partie. Zwar hatten die wieder vollzähligen Ketscher noch Gelegenheiten zum Ausgleich, diese ließen sie jedoch kläglich liegen. Nach dem zweiten verworfenen Siebenmeter von Philipp Noske in Folge nahm das Trainerduo der „Roten Teufel“, Grössl und Sebastian Metzler, eine Auszeit. Die Ansprache saß, die SGL II marschierte nun wieder. Statt des Ausgleichs gab es für die TSG Ketsch drei weitere Treffer zu schlucken, ehe Simon Jödicke die fast zehnminütige Durststrecke beendete. Ein weitere 3:0-Lauf der Gastgeber stellte die Gäste dann vollends mit dem Rücken zur Wand. 14:8 – die Partie schien gelaufen.

Jubel im Lager der Rothemden wäre indes zu früh gewesen. Den 10:15-Halbzeitstand verwandelten die „Moskitos“ nach dem Seitenwechsel schnell in ein 12:15, die Luft wurde dünner für die Rot-Weißen. Gerade die Negativerlebnisse der letzten Saison, als die Spiele reihenweise nach dem ersten Punktgewinn rochen, am Ende aber immer in den letzten 15 Minuten verloren gingen, sind in der Heinrich-Beck-Halle noch präsent. Dementsprechend entschlossen wollten die Bergsträßer dieses Spiel absolvieren und die beiden Punkte behalten. Bis zur besagten Schlussviertelstunde erhöhten die Hausherren das Tempo und den Spielstand, ein 24:16 zwang Angstmann zur letzten Rettung durch die Auszeit. Der Versuch, sein Team für die finale Aufholjagd zu rüsten, ging allerdings gehörig nach hinten los. Stattdessen erhöhten Marvin Wachter und Jonas Leistikow zum 26:16. Zweistellige Führung, nur noch neun Minuten zu spielen – die Vorentscheidung war erreicht. Am Ende trennen sich die SG Leutershausen II und die TSG Ketsch mit 31:25. „Das ist neben dem Feld ein unglaublich eingeschworener Haufen“, erklärt Grössl die Stärke seines Teams: „das zeigen sie jetzt langsam auch auf der Platte wieder.“

SG Leutershausen II: Moringen, Lazaro Garcia; Mohr 2, Schwerdtfeger 1, Leistikow 2, M.Fitzer, Müller, Wachter 6, Walz 3, Mack, Schemenauer 5, Drommer 3, Klapdohr 4, Baron 5/2.

TSG Ketsch: Gärtner; Groß, Noske 1, Gaa 1, Langer, Surowec 1, Kemptner 5/1, Schwab 3, Knischek 1, Jödicke 7, Impertro 5, Brox 1, Adler.