Junge Leipziger gewinnen in Nußloch

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Handball-3.Liga: 30:35-Niederlage zum Rückrundenstart – Einfach zu viele Gegentore

Nußloch. (bz) Ein freundlicher Gastgeber zu sein, ist grundsätzlich keine schlechte Eigenschaft, sondern gehört vielmehr zum guten Ton. Jedoch meinten es die Drittliga-Handballer der SG Nußloch ein wenig zu gut mit ihren Gästen in der Olympiahalle. Das 30:35 (14:16) gegen den SC DHfK Leipzig II sind die Punktverluste sechs und sieben im eigenen „Wohnzimmer“ in der laufenden Saison gewesen.

„Wir bringen zuhause leider nicht die Leistung, die nötig wäre, um zu gewinnen“, brachte es Teammanager Philipp Müller auf den Punkt. Weiter führte er aus: „35 Tore zu bekommen ist natürlich zu viel und dabei hatten wir gefühlt sogar noch die bessere Torhüterleistung.“

Von der ersten Sekunde an legten die Nachwuchstalente des Bundesligisten ein extrem hohes Tempo aufs Parkett. Da die Einheimischen ihre Angriffe zumeist ähnlich schnell abschlossen, ging es munter rauf und runter, in der kompletten ersten Hälfte waren beide Teams weit davon entfernt ein Zeitspiel hinnehmen zu müssen.

„In der ersten Halbzeit gab es eine Phase, in der wir drin waren, was sich die Mannschaft dann aber komplett kaputt gemacht hat“, sprach Nußlochs Trainer Marc Nagel die Situationen an, als seine Schützlinge den schnellen 0:2-Rückstand gedreht und in der Folge trotz Ballbesitz bei 6:4- und 7:5-Führung selbige nicht ausbauen konnten. In diesen Minuten entschärfte Marco Bitz einige hochkarätige Chancen. „Dann haben wir die Bälle schnell weggegeben und insgesamt sind wir nicht in der Verfassung gewesen, um über 60 Minuten mitzuhalten“, sagte Nagel. Nach Seidlers 8:9 (15.) für die Gäste blieben selbige bis zum 14:16-Pausenstand durchgehend in Front. Der Halblinke Julius Meyer-Siebert (8 Tore) und Kreisläufer Oliver Seidler (8) ragten über die komplette Spielzeit heraus.

Schmerzlich vermisst wurde auf Nußlocher Seite der Kapitän. Kevin Bitz durfte das Geschehen krankheitsbedingt nur von der Seitenauslinie aus verfolgen. Neben ihm nahmen mit Pascal Kirchenbauer, der sich von seiner Meniskus-Operation erholt, und Adrian Fritsch (Knieprobleme) zwei weitere wurfgewaltige Rückraumspieler Platz. Somit fehlte eine komplette Rückraumreihe, was zur Folge hatte, dass Jochen Geppert auf der Mitte, flankiert von Theo Surblys und Christian Zeitz, im Verbund quasi pausenlos ranmussten.

Spannend blieb es dennoch bis zum Schluss, weil sich die Gastgeber nie abschütteln ließen. „Nach dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause, gehen wir zwar kurzzeitig in Führung, doch dann geben wir es wieder her“, so Nagel zur spielentscheidenden Phase ab der 40. Minute. Zeitz´ Treffer zum 22:21 (39.) ließ kurzzeitig die Hoffnung auf die Wende aufkommen, in den folgenden Minuten ging es bis zum 26:26 durch Geppert (47.) hin und her. Einen 3:0-Lauf der Gäste konterten Surblys, mit ganz viel Willen durch die gegnerische Abwehr, und Geppert bei drohendem Zeitspiel mit einem ansatzlosen Hammer aus der Hüfte zum 28:29-Anschluss (53.). Der folgende Zwischensprint der Sachsen zum 28:32 (56.) sollte die Partie aber entscheiden. Leipzigs Wenzel blieb es vorbehalten mit der Schlusssirene den 30:35-Endstand zu markieren.

„Das ist insgesamt zu wenig, um zuhause zu gewinnen. Dahingehend müssen wir uns Gedanken machen, weil wir in der eigenen Halle offensichtlich anders auftreten als auswärts. Heute sind wir uns alle einig, dass Leipzig verdient gewonnen hat“, fasste Nagel zusammen und beglückwünschte seinen Leipziger Trainerkollegen Enrico Henoch.

„Wir sind alle enttäuscht und haben uns das natürlich anders erhofft“, reflektierte SGN-Kreisläufer David Ganshorn hinterher, „auf die Achse Halblinks und Kreisläufer haben wir leider keinen Zugriff bekommen. Jetzt heißt es die Köpfe hochzunehmen, denn wir haben am Freitag in Bieberau etwas gutzumachen.“

SG Nußloch: M. Bitz, Lieb, Mangold (alle Tor), Kuch, Schmiedt 5/4, Strüwing, Zeitz 10, Geppert 5, Surblys 3, Wichmann 1, Klimovets, Schmitt, Herrmann 3/1, Ganshorn 3, Petróczi.