JBL männliche A-Jugend: Erste Halbzeit Pfui, zweite Halbzeit Hui

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SG Pforzheim/Eutingen – HG Oftersheim/Schwetzingen  24:22  (9:12)
Jubelkreis gegen Schwetzingen
Nach der Niederlage von Pforzheim/Eutingen in Zweibrücken und dem Erfolg von Oftersheim/Schwetzingen gegen Kronau/Östringen in der Vorwoche, hatte der Tabellenführer aus Pforzheim großen Respekt vor den Gästen. Und er wusste, dass er sich keine weitere Niederlage erlauben durfte, um die gute Ausgangsposition im Rennen um den Staffelsieg und die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft nicht zu gefährden.

Daher war der Druck groß und schien die Heimmannschaft in der 1. HZ zu lähmen, in der Körpersprache und Einsatz überhaupt nicht eines Tabellenführers würdig waren. Dafür spielten die Gäste selbstbewusst auf und waren zunächst eindeutig die bessere Mannschaft. Die Gäste konnten fast schalten und walten wie sie wollten und der Gastgeber verballerte unkonzentriert und teilweise unvorbereitet eine Chance um die andere, wobei auch ein ums andere Mal Gästetorhüter Janik Kunz seine Finger im Spiel hatte. Auf der Gegenseite brachte fast im Alleingang Rückraumschütze Daniel Hideg seine Farben mit fünf Toren bis zur 11. Minute, bei zwei Gegentoren von Pascal Kirchenbauer (7m) und Valliere Kirschner, mit 2:6 in Führung. Chris Warks 3:6 konterte er dann mit seinen Toren sechs und sieben zum 3:8 (14.). Nun war Pforzheims Trainer Lipps mit seiner Geduld am Ende. Eine Auszeit und eine heftige Standpauke sollte sein Team wachrütteln und an die ausgegebene Marschroute erinnern. Doch das half nur bedingt. Zwar konnte Pforzheim durch Kirchenbauer und Broschwitz auf 6:8 (18.) verkürzen, was aber nur zwei verpatzten Tempogegenstößen der Gäste zu verdanken war, doch Oftersheim/Schwetzingen legte nach und lag bis zur 20. Minute wieder 6:10 in Front. Auch ein Wechsel der Pforzheimer Torhüter, Felix Schucker kam für David Krypczyk, brachte nicht den erwünschten Erfolg, da beide in der 1. HZ fast keine Hand an den Ball brachten. Der Gast diktierte weiter das Spiel und überstand auch schadlos eine Zeitstrafe für Torwart Kunz. So war es allein der Coolness von Kirchenbauer bei zwei Siebenmetern und seiner Wurfkraft unmittelbar vor  dem Halbzeitpfiff zu verdanken, dass es zu diesem Zeitpunkt nur 9:12 für die Gäste stand.

Unter den Pforzheimer Zuschauern breitete sich schon Unbehagen aus und es war klar, wenn sich nach der Pause an der Einstellung der Mannschaft nichts ändern würde, dann war das Spiel verloren.

Und es schien tatsächlich so weiterzugehen. Trotz einer Zeitstrafe für Gästespieler Lino Messerschmidt (31.) und doppelter Manndeckung von zwei Gästespielern, konnte  Sandro Pagliara fast unbedrängt zum 9:13 (33.) einnetzen. Es folgten das 10:13 durch Max Lupus, das 10:14 wieder durch Pagliara und das 11:14 (34.) durch Chris Wark. Von einer Wende war da noch nichts zu spüren. Doch dann kam Pforzheims Torwart Felix Schucker ins Spiel. Mit guten Paraden verhinderte er weitere Gästetore und endlich zeigte auch mal Arne Ruf, was er kann. Beim 12:14 (35.) tankte er sich auf Halbrechts durch die Abwehr und beim 13:14 (37.) zog er aus dem Rückraum ab und schweißte den Ball unhaltbar ein. Warum dieses Können, bei diesem mit allen Vorzügen eines Halbrechten ausgestatteten Spieler, nur phasenweise aufblitzt, bleibt wohl sein Geheimnis.

Danach hielt der dafür eingewechselte David Krypczyk einen Siebenmeter von Pagliara, was nun endgültig ein Aufwachen der Gastgeber bewirkte. Nun stimmten Körpersprache und Einsatz und die Gäste begingen immer mehr Fehler. Julian Broschwitz und Pascal Kirchenbauer gestalteten das Pforzheimer Spiel immer besser und in er 43. Minute war endlich die erste Pforzheimer Führung durch Christoph Schwartz fällig, der nach einer Parade von Schucker, den folgenden  Tempogegenstoß zum 18:17 verwertete.  Das Spiel blieb trotzdem weiter spannend, obwohl es nach dem 22:18 (53.) durch Broschwitz (7m) zunächst so aussah, als könnte Pforzheim das Spiel sicher nach Hause bringen. Doch die Gäste gaben sich noch lange nicht geschlagen und angetrieben von ihrem Spielmacher Lukas Wolf schnupperten sie weiter an der Überraschung. Alexander Leibnitz, Rico Meisel und Hideg verkürzten auf 21:22 (56.), ehe Broschwitz mit Strafwurf wieder auf 23.21 (57.)  erhöhte, was Wolf mit dem 23:22 in derselben Minute konterte. Ein Schlagwurf von Broschwitz in der 58. Minute war dann schon das Endergebnis, da der wieder eingewechselte Krypczyk einen Wurf von Hideg parierte, eine Auszeit von Pforzheim folgte und danach die Gastgeber trotz doppelter und totaler Manndeckung die letzten eineinhalb Minuten clever herunterspielten.

Sichtlich vom Druck befreit kannte dann auch der Jubel beim Tabellenführer keine Grenzen mehr, denn jeder war sich bewusst, dass das an diesem Tag auch in die Hose hätte gehen können. Ein Lob an die starken Gäste aus Oftersheim/Schwetzingen, die sich durch wenige Unkonzentriertheiten um den Lohn ihrer Mühen brachten.

Für Pforzheim/Eutingen stehen nun noch zwei Spiele auf dem Programm, aus denen noch ein Punkt erforderlich ist, um wieder das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zu erreichen. Doch das Ziel ist, beide Spiele, zuerst in Neuhausen und dann zuhause gegen Konstanz, zu gewinnen. Die Mannschaft will bis zum Schluss Erster bleiben und wird alles daran setzen, nicht noch einmal so zittern zu müssen, wie im letzten Jahr, als die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft erst im letzten Spiel, sinnigerweise auch gegen Konstanz, klar gemacht wurde.
SG Pforzheim/Eutingen
Tor: David Krypczyk, Felix Schucker – Feld: Tom Schlögl 1, Julian Schlager 1, Valliere Kirschner 1, Arne Ruf 2, Christoph Schwartz 2, Max Lupus 3, Julian Broschwitz 5/2, Chris Wark 3, Clemens Zucker, Pascal Kirchenbauer 7/5
Trainer: Alexander Lipps, Markus Rauch

HG Oftersheim/Schwetzingen
Tor: Marius Gabel, Janik Kunz – Feld: Alexander Kaiser, Rico Meisel 1, Alexander Leibnitz 1, Julian Zipf 2, Benjamin Schöfer, Lino Messerschmidt 1, Marvin Seyfried, Jannik Geissler 1, Lukas Wolf 2, Willi Fink, Daniel Hideg 11/2, Sandro Pagliara 3

Trainer: Klaus Billmaier

Schiedsrichter: Christopher und Florian Hühn (Baden)

Zuschauer: 120