Bretten erwies sich als cleverer und abgezockter

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HSG St. Leon/Reilingen
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Bittere Heimniederlage der HSG

Bretten erwies sich als cleverer und abgezockter

Kein gutes Pflaster ist der Harres in St. Leon für das Badenliga-Team der HSG St. Leon/ Reilingen. Nachdem bereits das Spiel gegen Viernheim verloren ging, musste die Feldmann-Truppe am vergangenen Sonntag eine bittere 20:23 Niederlage gegen den TV Bretten hinnehmen. Über weite Strecken der Begegnung fanden die Gastgeber keinen echten Spielrhythmus und  es fehlte das nötige Engagement. Die Wurfausbeute von gerade mal 20 Toren war auch eher suboptimal. Der Gegner aus Bretten erwies sich als wesentlich aggressiver und abgezockter und war dem HSG-Team in puncto Einsatz und Spielstruktur überlegen. In der Offensive zeigten die Gäste ein wohl durchdachtes Spiel, wirkten in den entscheidenden Phasen dynamischer und effektiver als das doch etwas zu drucklos spielende HSG-Team. Viel zu  breit angelegt waren die Angriffe der HSG und sie fand nur selten Lücken in dem robusten, kompakten Abwehrverbund der Gäste. Das ansonsten so schnelle Spiel des HSG-Teams wirkte teilweise verkrampft und ohne den nötigen Biss. Die Rück-raumachse blieb weit hinter ihrem Leistungsvermögen zurück, man produzierte zu viele Fehlwürfe und scheiterte oft am gut haltenden Gästetorwart. Einzig Rechtsaußen C. Decker zeigte sich als treffsicher und war mit neun Toren, darunter 5 sicher verwandelte 7-m-Strafwürfe, auch erfolgreichster Torschütze der HSG. Ansonsten dominierte über die meiste Zeit der TVB das Geschehen, der den Gastgebern einfach frühzeitig den Schneid abkaufte durch seine sehr aggressive Defensive, die im Laufe des Spiels auch sehr oft an die Grenzen des Erlaubten oder leicht darüber ging. Dem konnten die Gastgeber lange Zeit nichts Gleichwertiges entgegensetzen und erst in der letzten Viertelstunde kam so etwas wie Kampfgeist auf, was jedoch an diesem Tag gegen einen über die ganze Spielzeit konzentrierten Gegner nicht ausreichte.

Von Spielbeginn an zeigte der TVB ein sehr klug aufgebautes und wohl durchdachtes Angriffsspiel. Technisch sauber und mit viel Übersicht wurden die Angriffe aufgebaut und die Defensive der HSG hatte vor allem während der ersten Spielhälfte enorme Probleme mit dem durchschlagskräftigen Angriff der Gäste. Vor allem über die rechte Angriffsseite war der TVB  oftmals erfolgreich, nutzte er doch die recht unsortierte Abwehrseite der HSG konsequent aus. Die Defensive der Gastgeber wirkte großteils zu unentschlossen und zu pomadig und es fehlte häufig die Abstimmung und die nötige Aggressivität. Bis zum 3:3 blieb das Spiel zwar ausgeglichen, doch dann setzten sich die Gäste schnell auf 5:9 ab. In dieser Phase produzierte das HSG-Team zu viele Fehlwürfe und technische Fehler und lud die Gäste praktisch zum Tore schießen  ein. Zu drucklos agierten die Gastgeber und fanden einfach keine Mittel gegen die sehr aggressive und aufmerksame Defensive des TVB. Hinzu kam die schlechte Chancenverwertung der Gastgeber, die oftmals unkonzentriert scheiterten. Keine klare Linie ließ das HSG-Team erkennen und die Gäste nutzten die Unkonzentriertheiten im HSG-Spiel konsequent aus. Hinzu kam noch ein teilweise schlechtes Rückzugsverhalten und gepaart mit dem weiterhin sehr effektiven Angriffsspiel des TVB konnten sich die Gäste bis zur Pause eine deutliche 10:15 Führung erspielen.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber durch eine taktische Umstellung in der Defensive das Angriffsspiel der Gäste etwas konsequenter zu stören. Dies gelang zeitweise recht gut, doch agierte das HSG-Team in der Offensive weiterhin recht drucklos und verstand es nicht, sich gegen die kompromisslose Defensive der Gäste entscheidend durchzusetzen. Eine schwache Wurfausbeute und technische Fehler brachten die Gäste immer wieder in Ballbesitz und hatten sie mal eine Torgelegenheit nicht genutzt, bekamen sie alle Abpraller zurück und verwandelten die zweite Chance konsequent.  Durch ihr wohl durchdachtes und effizientes Spiel, das jeden Fehler des Gegners eiskalt nutzte, kam der TVB zu einer vorentscheidenden 13:20 Führung. Erst jetzt kam so etwas wie Kampfgeist beim HSG-Team auf. Endlich packte man in der Defensive etwas energischer zu, machte die Räume eng und es gelang der eine oder andere Ballgewinn. Zwar spielte man in der Offensive weiter nicht optimal, doch ergaben sich für die HSG, die nun weitaus dynamischer wirkte, endlich klug herausgespielte Torgelegenheiten, die leider nur zum Teil genutzt wurden, oft fehlte auch das berühmte Quäntchen Glück. Tor um Tor holte die HSG trotzdem auf und war beim 18:21 wieder auf drei Tore herangekommen und drauf und dran, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Entscheidend in der hektischen Schlussphase war jedoch die größere Cleverness der Gäste, die zwar durch eine recht rüde Attacke das Angriffsspiel der HSG jäh unterbanden, das anschließende Spiel in Unterzahl aber mit einem weiteren Treffer zum 18:22 abschlossen. Am Ende musste die HSG eine bittere 20:23 Niederlage hinnehmen, die aufgrund der effektiveren Spielweise des TV Bretten auch verdient war.

Die Mannschaft und die Tore: M. Schmidt, M. Winter; C. Decker 9/5, J. Krepper 6, A. Rausch 3, M. Bujdos 1, C. Frank 1, M. Kikillus, J. Lechner, F. Manke, L. Schmitt, J. Menger, J. Huber und D. Brenzinger.

TVB-Trainer Eigl: Wer nur 10 Tore pro Halbzeit bekommt, der gewinnt. Wir haben viel Engagement gezeigt und gespielt, was wir uns vorgenommen hatten.

HSG-Trainer Feldmann: Der TVB hat heute mit purer Leidenschaft gespielt und gezeigt, wie man Spiele gewinnt. Wir haben 45 Minuten ohne richtige Einstellung gespielt. Nur 15 Minuten reichen eben nicht.

krau