Löwen misslang erstes Spiel im neuen Jahr

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Nach langer Unterbrechung setzt die Handball Bundesliga ihr Programm wieder fort. Die Rhein-Neckar Löwen starteten am Donnerstagabend mit einem Heimspiel in das neue Jahr und erlebten gegen die MT Melsungen gleich eine bittere Niederlage. Die Nordhessen verbesserten mit dem 30:33 Erfolg ihre Auswärtsbilanz und rückten den Gastgebern bis auf einen Punkt auf den Pelz. 

Die Badener, die für diese Begegnung auf die verletzten Steffen Fäth und Kreisläufer Jesper Nielsen verzichten mussten, fanden fast über die gesamte Partie nicht zu ihrem Rhythmus. Die Abwehr hatte Schwierigkeiten mit dem Rückraum des Gegners, der von Spielmacher Lasse Mikkelsen immer wieder in erfolgreiche Positionen gebracht wurde. Außerdem gelang es Vizeeuropameister Marino Maric häufig den Mittelblock der Gastgeber zu überlisten. Kein gelungener Abend der Löwen zum Start in das Jahr 2020.

In den Abwehrreihen wurde um jeden Ball gekämpft (Foto: cls)

Die 7251 Zuschauer in der SAP-Arena mussten zuerst den Eindruck haben, dass auf beiden Seiten nur die Torhüter gut durch die Unterbrechung gekommen sind. Andreas Palicka wie auch sein Gegenüber Nebosja Simic waren sofort auf Betriebstemperatur und verhinderten zunächst Tore des Gegners. Aus dem Feld ging in der Startphase nur von Mikkelsen Gefahr aus, der auch die ersten drei Tore für seine Farben markierte. Bei den Hausherren hielt Romain Lagarde seine Löwen mit seinen beiden Toren in der Partie. Nach dem Ausgleich durch einen schnellen Gegenstoß von Uwe Gensheimer hofften die Fans der Gastgeber, dass ihre Jungs endlich auf Touren waren. Weit gefehlt, denn sie ließen sich von Simic den Zahn ziehen und lagen schnell mit 3:6 hinten. Löwen-Coach Kristjan Andresson zückte zum ersten Mal den grünen Karton und ordnete sein Team neu. Hoffnung keimte auf den Rängen auf, als Jannik Kohlbacher zweimal am Kreis frei gefunden wurde und mit zwei Toren verkürzte. Lagarde stellte mit dem nächsten Kracher den Anschluss zum 6:7 her. Die Chance zum Ausgleich blieb den Hausherren allerdings vergönnt, denn Europameister Gedeon Guardiola scheiterte bei einem schnellen Gegenstoß am Pfosten. Kurze Zeit später machte es der Spanier besser, nachdem Lagarde abermals den Anschluss hergestellt hatte. Guardiola schloss das Umschaltspiel nach Paraden von Palicka zweimal erfolgreich ab und brachte sein Team das erste Mal in Front. Gensheimer und Mads Mensah bauten die Differenz auf zwei Treffer aus und zwangen dann Heiko Grimm den grünen Karton zu bemühen. Zu diesem Zeitpunkt hatte mit Maric ein Melsunger Leistungsträger bereits die zweite Zeitstrafe kassiert. Also war Handlungsbedarf. Die Gäste fanden ihre Ordnung wieder und drehten die Partie. Die Hessen verteidigten diese Führung bis zum Pausensignal und nahmen eine 15:16 Führung mit in die Kabine. 

Die Löwen hatten es schwer gegen die konsequente Abwehr der Nordhessen (Foto: cls)

Die Löwen Anhänger waren vor dem zweiten Durchgang immer noch sicher, dass ihre Jungs die Partie nach dem Wechsel dominieren werden. Aber nicht an diesem Abend und bei diesem Gegner. Der Auftritt der Badener reichte in dieser Begegnung zunächst nicht aus, dem Spiel einen anderen Verlauf zu geben. Auch nach Wiederanpfiff blieb die Zahl der technischen Fehler auf Seiten der Gelbhemden sehr hoch und wurde vom Gegner eiskalt bestraft. Innerhalb von drei Minuten zogen die Nordhessen mit einem Dreierlauf auf 17:22 davon und senkten damit für einige Zeit den Lärmpegel in der Arena. Coach Andresson reagierte und nahm seine zweite Auszeit. Er stellte die Deckung auf die Formation 5:1 um und versuchte mit Gensheimer an der Spitze die Aktivitäten des Gegners im Rückraum zu stören. Die Rechnung ging aber nur zum Teil auf, da seine Spieler im Angriff häufig schlechte Lösungen oder unvorbereitete Würfe nahmen, die leichte Beute des sicheren Simic wurden. Also folgte acht Minuten später schon die letzte Auszeit. Eine riskante Maßnahme, da noch mehr als eine Viertelstunde auf der Uhr war. Mit den neuen Anweisungen lief bei den Gastgebern vor allem in der Abwehr einiges besser, aber der große Durchbruch war es noch nicht. Nach der Auszeit war Mads Mensah für Lagarde in den linken Rückraum beordert worden und sorgte plötzlich für mehr Bewegung in der Offensive. Mit zwei eigenen Toren eröffnete der Däne die Aufholjagd, zu der auch der in der 46. Minute eingewechselte Kapitän Mikael Appelgren beitragen sollte. Nach seinen Paraden funktionierte auch das Umschaltspiel und die Löwen rückten näher. Ilija Abutovic, der eigentlich nie mit in den Angriff geht, lief mit Gensheimer einen schnellen Gegenstoß und wurde vom Linksaußen blendend bedient. Mit seinem ersten Treffer in dieser Saison besorgte der Abwehrchef den Anschluss zum 25:27. Zwei weitere Fehler in der Offensive der Löwen wurden von den Gästen eiskalt gekontert, sodass der Vorsprung abermals auf vier Tore angewachsen war. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Halle schon da und trieb die Löwen nach vorne. Spielmacher Andy Schmid und erneut Mensah fanden die richtige Antwort, Anschluss zum 27:29 und noch genügend Zeit auf der Uhr. Während einer Zeitstrafe gegen Gensheimer wurde Yves Kunkel auf Linksaußen frei gespielt und versenkte sicher zum 27:30. 

Andreas Palicka hatte es oft schwer, da die Gegner frei zum Wurf kamen (Foto: cls)

Aber immer war noch genügend Zeit, um der Partie noch eine Wende zu geben. Die Hoffnung der Löwen-Anhänger verstärkte sich als Jerry Tollbring die Gästeabwehr hinterlief und auf 28:30 verkürzte. Appelgren stoppte den folgenden Angriff der Hessen und ermöglichte Mensah die Löwen auf 29:30 heranzubringen. Noch waren knapp fünf Minuten zu absolvieren. Im Handball wurden in dieser Zeit schon ganz anderen Begegnungen gedreht. Nach einem Ballverlust der MTM bediente Mensah Kohlbacher am Kreis, der fand aber seinen Meister in Simic. Mit einer unglaublichen Parade vereitelte der Montenegriner den Ausgleich. Im Gegenzug wurde dann das Spiel vermutlich entschieden, denn Maric setzte sich zum siebten Mal am Kreis durch und erhöhte für sein Team auf 29:31. Mensah suchte erneut Kohlbacher und servierte ihm die nächste Chance am Kreis. Der deutsche Nationalspieler machte es besser und stellte knapp vier Minuten vor dem Schlusspfiff den nächsten Anschluss her. Damit waren die Gastgeber aber am Ende ihres Lateins. Alle weiteren Möglichkeiten wurde eine Beute von Simic, der seinen Kasten in der Schlussphase vernagelte. Die Nordhessen schlossen die Partie mit zwei Treffer durch Dimitri Ignatow und Häfner zum 30:33 Endstand ab.

Mads Mensah brachte den Angriff der Löwen in Schwung (Foto: cls)

Für die Löwen spielten: Mikael Appelgren (ab 46.), Andreas Palicka, Niklas Gierse – Andy Schmid (4), Uwe Gensheimer (3/2), Niclas Kirkeløkke (2), Romain Lagarde (5), Jerry Tollbring (1), Ilija Abutovic (1), Mads Mensah (6), Patrick Groetzki, Gideon Guardiola (2), Alexander Petersson (2), Tim Ganz, Jannik Kohlbacher (4), Benedikt Damm

Für MTM spielten: Nebosja Simic, Johan Sjöstrand – Marino Maric (7), Julius Kühn (3), Tobias Reichmann (2), Finn Lemke (2), Dimitri Ignatow (2), Yves Kunkel (2), Lasse Mikkelsen (7/4), Timm Schneider (3), Roman Sidorowicz, Kai Häfner (5), Ein Backs, Stefan Salger, Domagoj Pavlovic