Ein gelungener Einstand für Martin Schwalb

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EHF-Cup Gruppe B

Rhein-Neckar Löwen  : ESP Liberbank Cuenca       36:25       (21:13)

Am Mittwochabend ertönte der erste große Applaus für den neuen Löwen-Coach Martin Schwalb bei der Teamvorstellung zum Spiel um den EHF-Cup in der Mannheimer GBG-Halle. 

Es wurde dann auch ein Einstand nach Maß, denn die Gelbhemden erspielten sich einen souveränen 36:25 Erfolg gegen den spanischen Vertreter Liberbank Cuenca. Mit dem vierten Sieg in vier Partien festigten sich die Badener weiter die Tabellenführung.

Andy Schmid führte glänzend Regie und schloss acht Mal selbst erfolgreich ab (Foto: cls)

Der neue Coach hatte im Vorfeld dieser Begegnung keinen Einfluss auf die taktische Marschroute nehmen können und es ehrt ihn, dass er vorher schon klarstellte, dass Michel Abt und Oli Roggisch die Löwen auf diese Partie vorbereiteten. Am Samstag hatten beide schon einen guten Job gemacht und das Team zum Erfolg in Cuenca geführt. Die Gelbhemden lieferten im Rückspiel eine sehr starke Deckungsarbeit ab und hielten den Gegner in der ersten Halbzeit bei dreizehn Gegentoren. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, wenn man beachtet, dass die Gastgeber mit Gedeon Guardiola nur einen etatmäßigen Innenblocker zu Verfügung hatten. Jesper Nielsen ist verletzt, Ilija Abutovic lag mit Fieber im Bett und Neuzugang Ymir Örn Gislason darf im EHF-Cup noch nicht mitmischen. Trotz dieses Umstandes wirkte die Abwehr von Anpfiff weg als eine intakte Einheit, zumal Andreas Palicka seinen Vorderleuten mit einem exzellenten Auftritt, den Rücken freihielt.  

Romain Lagarde fügte sich nahtlos in den Rückraum ein (Foto: cls)

Die konsequente Abwehrarbeit ermöglichte es den Löwen wieder einmal ihre eigentliche Stärke, das schnelle Umschaltspiel auf die Platte zu zaubern. Obwohl die Trainer auch auf Uwe Gensheimer verzichten mussten, der sich in Spanien eine schwierigere Verletzung zuzog, waren Jerry Tollbring und Patrick Groetzki auf den Außenbahnen oft schnell unterwegs und lieferten die einfachen Tore. In der 17. Minute waren die Hausherren dem Gegner schon mit sieben Toren enteilt und bauten diesen Vorsprung bis zum Pausensignal auf 21:13 aus.

Patrick Groetzki war schnell auf der Aussenposition unterwegs (Foto: cls)

Den Spaniern drohte im Gegensatz zum Hinspiel, in dem sie beim 28:33 Sieg der Löwen lange mithalten konnten, eine deutliche Klatsche. Sie fanden auch nach zwei Auszeiten in der ersten Hälfte keinen Weg durch die Deckung der Deutschen und hatten ebenso kaum Zugriff auf die Angreifer der Gastgeber. Die Fans der Gelbhemden schwebten schon nach dreißig Minuten auf Wolke sieben. 

Nach Wiederanpfiff spürten die Zuschauer auf den Rängen, dass ihre Lieblinge an diesem Abend sehr viel Spaß am Spiel hatten. Spielmacher Andy Schmid führt auch im zweiten Durchgang sein Team unentwegt nach vorne. Trainer Martin Schwalb durfte miterleben, dass sein neues Team auch dann das Tempo nach vorne beibehielt, als Mads Mensah und Nicla Kirkelökke die Platte für Romain Lagarde und Alexander Petersson räumten. Mit einem Dreierpack baute der Isländer den Vorsprung sogar auf zehn Tore aus.

Zu Beginn des Schlussviertel erlebten die Hausherren eine kleine Schwächephase und kassierten prompt drei Gegentore in Folge. Martin Schwalb reagierte und nahm eine Auszeit. Mit Erfolg. Seine Jungs stellten binnen weniger Minuten den alten Stand wieder her. In der 53. Minute lagen die Gastgeber beim 32:22 erneut zehn Tore in Front. Obwohl die Trainer nun einigen Leistungsträgern etwas Verschnaufpause gönnten, was angesichts des Gipfeltreffens gegen Hannover-Burgdorf am Samstag durchaus verständlich erschien, gab es keinen Bruch im Spiel der Badener. Am Ende stand ein verdienter 36:25 Heimsieg zu Buche. 

Nachwuchsmann Tim Ganz trug sich ebenfalls in die Torstatistik ein (Foto: cls)

Martin Schwalb durfte einen gelungenen Einstand in Mannheim erleben, wollte aber den Erfolg nicht überbewerten. Er sah neben den positiven Auftritten seiner Jungs auch einige Schwächen, besonders in der zweiten Hälfte. Allerdings ist es mehr als menschlich, wenn man mit solch einem Vorsprung in die Pause geht, dass dann nach Seitenwechsel die Konzentration etwas nachlässt. Diese Phasen waren jeweils nur kurz und trübten den Gesamteindruck auf keinen Fall. Martin Schwalb hat nun drei Tage Zeit, sein Team auf die Norddeutschen einzustellen. Die Gelhemden werden aber auch ohne große Worte heiß auf die Hannoveraner sein, denn allen Spielern und Fans ist noch das Pokalspiel vom vergangenen Dezember in Erinnerung. Die Recken kegelten die Löwen in der Schlussphase des Viertelfinales noch aus dem laufenden Pokalwettbewerb und zogen ihrerseits in das Final-Four ein. Revanche ist angesagt.

Für die Löwen spielten: Mikael Appelgren, Andreas Palicka – Andy Schmid (8/3), Niclas Kirkeløkke (1), Romain Lagarde (1), Jerry Tollbring (3), Mads Mensah (4), Patrick Groetzki (5), Gedeon Guardiola, Alexander Petersson (5), Tim Ganz (1), Jannik Kohlbacher (7), Maximilian Kessler (1)

Cuenca: Leonel Maciel (1), Juan Ibanez, Pablo Cano – Ferreira Dutra (6), Martin Doldan (3), Natan Suarez Diaz (4), Patrik Lindblad, Hugo Lopez (1), Lucas Moscariello, Pionciano Thiago Alves (5), Manuel Diaz Mata (3), Kristjan Eskericic (1), Seergio Lopez Garcia (1)