Wie geht es mit der Saison im Badischen Handball-Verband weiter?

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Statement des BHV Präsidiums, die sich intensiv mit den Fragen „wie?“, „wie lange?“ und „was dann?“ beschäftigen.

Betrachtet man das COVID-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts und fokussiert sich auf das Verbandsgebiet des Badischen Handball-Verbands sowie die unmittelbar angrenzende Umgebung, fallen einem die Stadt- und Landkreise Mainz, Frankfurt, Stuttgart, Memmingen und St. Wendel sofort ins Auge. Mit ihrer roten Kennzeichnung und einer einhergehenden Fallzahl von über 50 (Fälle der letzten 7 Tage/100.000 Einwohner) wurden diese Regionen zum Risikogebiet ausgesprochen. Zum jetzigen Zeitpunkt hält sich das Verbandsgebiet des Badischen Handball-Verbands weiterhin im orangenen Bereich auf. Der Stadtkreis Mannheim (48,3) ist zum jetzigen Zeitpunkt als Spitzenreiter zu verzeichnen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit in wenigen Tagen die magische 50er Grenze erreichen. 

„Kaum ist eine Coronatür geschlossen und bearbeitet, öffnen sich zeitgleich drei Neue, die uns vor Herausforderungen stellen“, resümiert Peter Knapp, Präsident des Badischen Handball-Verbands, seinen derzeitigen Alltag, „Mit unserer Hilfestellung Umgang mit Spielern die Symptome einer COVID-19 Infektion aufweisen konnten wir bereits eine gute Grundlage für Einzelfallentscheidungen liefern. Jetzt beschäftigen wir uns weiter mit den Fragen: Ist der Spielbetrieb wie geplant aufrecht zu halten, insbesondere wenn z.B. Kommunen oder Landkreise – wegen hoher Inzidenzwerte – Hallen schließen? Können wir Vereinen helfen, wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr zum Handball lassen, auch wenn es dort keine konkreten Covid-Fälle gibt? Welche Szenarien können wir uns bei evtl. Verkürzung oder gar Abbruch der Saison vorstellen?“.

Die Mitglieder des BHV-Präsidiums haben sich über die weitere Vorgehensweise ausgetauscht und entschieden, weiterhin den stetigen Kontakt zu den Vereinen aufrecht zu erhalten und diese frühzeitig über die Gedankengänge zu informieren. So wurden am Donnerstag, 15. Oktober 2020 alle Vereine über das weitere Vorgehen informiert – immer im Hinterkopf, dass je nach Regierungsgrundlage Überlegungen im Handumdrehen über den Haufen geworfen werden können. 

Das Präsidium sieht es als Verbandsaufgabe an den Spielbetrieb, für all diejenigen, die spielen wollen und können, so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Im Erwachsenenbereich könnte beispielsweise die Spielsaison, die geplant im April bzw. Mai 2021 endet, bis Ende Juni verlängert werden, um Corona-bedingte Nachholspiele durchführen zu können. Aufgrund der Qualifikationsspiele, die planmäßig im Mai stattfinden sollen, ist diese Überlegung im Jugendbereich hingegen nicht umsetzbar. Die Verantwortlichen des BHV tendieren daher sehr stark dazu, den Erwachsenen- und den Jugendbereich entsprechend unterschiedlich zu betrachten. Grundlage hierfür sind Regelungen, die in der Spielordnung des Verbandes und des Deutschen Handballbundes verankert sind. Bezugnehmend auf die Auf- und Abstiegsregelung im Erwachsenenbereich, ist es einhergehend zwingend notwendig einen Meister der Saison 2020/2021 zu küren. Corona-bedingte Nachholspiele, die in der verlängerten Spielsaison nicht neu angesetzt werden konnten, können entsprechend mit einer technischen Wertung in die Tabellenberechnung einfließen. 

Im Jugendbereich kann hingegen unproblematisch auf das Ausspielen einer Meisterschaft verzichtet werden, da eine Auf- und Abstiegsregelung hierfür nicht zutreffend ist. Im Fokus steht hier vor allem, Kindern und Jugendlichen so lange wie möglich den Handballsport zu ermöglichen. Diese Handhabung wird wie in der Saison 2019/2020 Jahr Auswirkungen auf die Qualifikation im Jugendbereich haben und muss gegebenenfalls rechnerisch gelöst werden. 

Doch was passiert, wenn die Saison abgebrochen werden muss? Ein Szenario, welches sich keiner wünscht, aber dennoch alle Entscheidungen begleitet. 

Auch zu diesem Thema hat der Badische Handball-Verband seine Überlegungen ausgetauscht und drei Möglichkeiten der Wertung zusammengestellt. Erstens: Sofern es möglich ist und die entsprechende Anzahl an Spielen absolviert wurde, soll lediglich die Hinrunde Berücksichtigung finden. Zweitens: Die Berechnung der Zuteilung der neuen Saison findet mit der Quotientenregel statt. Drittens: Ergebnisse in 20/21 zählen gar nicht und wir beginnen 21/22 so, wie wir in die Saison 20/21 gestartet sind.

Das Präsidium des Badischen Handball-Verbandes hat noch keine Beschlüsse gefasst, wie es weiter gehen wird. In der momentanen Zeit mit täglichen neuen und angepassten Regelungen, wären die Entscheidungen von heute womöglich nicht nutzbar und überholt.