Großer Kampf wurde nicht belohnt

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Handball-3.Liga: SG Nußloch unterliegt unglücklich bei der HSG Rodgau Nieder-Roden mit 24:26 (13:15)

Rodgau Nieder-Roden. (bz) Der eine Linkshänder konnte nach wenigen Minuten das Geschehen nur mit einem gesunden Auge verfolgen und der andere wurde nach 20 Minuten von den Schiedsrichtern runtergestellt. Ohne Christian Zeitz (Augenverletzung) und Adrian Fritsch (Rote Karte), lieferten die Handballer der SG Nußloch bei der HSG Rodgau Nieder-Roden einen großartigen Kampf, der letztlich nicht mit etwas Zählbarem belohnt wurde. Ein 24:26 (13:15) aus Sicht der SGN leuchtete nach 60 hochklassigen Minuten von der Anzeigentafel.

Bis auf den letzten Platz war die Nieder-Rodener Sporthalle gefüllt. Selbst an der Seitenlinie drängelten sich die Zuschauer in Zweierreihen bis zum Fangnetz. Beste Handballstimmung begleitete den Thriller, der bis in die letzte Minute hinein auf des Messers Schneide stand. Dabei gaben die mitgereisten Nußlocher Fans alles, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Selbige hatte extra einen Fanbus für ihre Anhänger gesponsert, was auf eine große positive Rückmeldung gestoßen ist.

Zu Beginn der Partie wackelte das Netz auf beiden Seiten des Spielfeldes quasi pausenlos. Die ersten vier Angriffe endeten allesamt mit einem Torerfolg. Während Marco Bitz beim dritten Angriff der Gastgeber einen Wurf entschärfte, blieben seine Vorderleute bis zum 4:3 durch David Ganshorn, mit sechs Treffern erfolgreichster Nußlocher, fehlerfrei. Zwei Tore erzielte dabei Christian Zeitz in der Anfangsphase, doch in der achten Spielminute lag er verletzt am Boden. Sein Gegenspieler hatte ihn unglücklich am Auge erwischt und eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. Für Zeitz ging es leider nicht weiter, auf dem rechten Auge konnte er kaum noch etwas sehen.

„Ein Kompliment an meine Mannschaft, die heute 50 Minuten ohne Christian wieder einen Schritt nach vorne gemacht hat“, lobte SGN-Trainer Marc Nagel seine Sieben trotz der knappen Niederlage und des frühen personellen Rückschlags.

Nach Zeitz´ Ausfall übernahm Adrian Fritsch die Position im rechten Rückraum. Dort brachte er sich gut ein, erzielte schnell einen Treffer zum 9:11, ehe ihn ein Foul die Partie kostete. Fritschs Einsteigen gegen von der Au in der 21 Minute werteten die Unparteiischen als grobes Foulspiel und zeigten ihm nach kurzer Rücksprache die Rote Karte. Eine sehr harte Entscheidung, die Nußlocher mussten von diesem Moment an ohne Linkshänder im Rückraum auskommen. Dennoch blieben sie bis zur Halbzeitpause dran, hielten den Rückstand bei zwei Toren (13:15) und kamen furios aus der Kabine.

Binnen zweieinhalb Minuten und zweier Tore von Nicolas Herrmann sowie Pascal Kirchenbauer gelang der Ausgleich. „In der zweiten Halbzeit haben wir vier Mal die Chance auf zwei Tore davonzuziehen, konnten aber leider keine davon nutzen“, erläuterte Jochen Geppert nach Spielschluss. Im Rückraum zog „Jogi“ gekonnt die Fäden, brachte seine Kollegen immer wieder in aussichtsreiche Abschlusspositionen und zeigte sich selbst sehr torgefährlich.

Mitte der zweiten Hälfte schien die Begegnung zugunsten der ganz in schwarz gekleideten Nußlocher zu kippen. Kevin Bitz´ Treffer zum 18:17 bedeutete die erste Führung im zweiten Abschnitt (40.). Die Parte wogte nun hin und her, zwischenzeitlich trug sich sogar SGN-Torhüter Moritz Mangold mit einem Wurf ins leere Tor in die Torschützenliste ein (19:19). Zwei weitere Male lag Nußloch in Front, bevor es in die letzten fünf Minuten ging. In diesen verwertete Geppert einen Abpraller nach einem Siebenmeter und traf zum vermeintlichen 24:24. Allerdings sah der Schiedsrichter in dieser Situation ein Springen von Geppert und gab das Tor nicht. „So eine Entscheidung ist in elf Jahren Männerhandball zum ersten Mal gegen mich gefällt worden“, konnte Geppert das abgepfiffene Tor nicht nachvollziehen. Im Gegenzug gelang den Gastgebern das 25:23 (58.), das ihnen genügte, um den 26:24-Heimsieg über die Zeit zu bringen.

„Wir haben dann ein paar Fehler gemacht und sofort war die Halle da“, beschrieb Theo Surblys die Schlussphase, als der HSG-Anhang seine Mannschaft regelrecht zum Heimsieg schrie. Eine häufig gesehen Szene am Samstagabend war, wie Marco Rhein im Tor der HSG ein ums andere Mal große Chancen der Nußlocher zu Nichte machte. „Er hat überragend gehalten, das war mit spielentscheidend“, zollte Nagel dessen Leistung großen Respekt. Alleine drei Siebenmeter entschärfte der Keeper.

„Wir haben ein überragendes Handballspiel gesehen“, sagte Rodgaus Trainer Jan Redmann in seinem Fazit, „dabei haben wir alles in die Waagschale geworfen, zwischendurch zwar Fehler, aber es dann wieder besser gemacht.“

Nagel sagte abschließend: „Wir spielen dieses Jahr in einer tollen Liga, die richtig Spaß macht. Vorne stehen mit euch, Hanau, Großwallstadt und Leutershausen Mannschaften, die eingespielter sind als wir. Hoffentlich bleibt es an der Tabellenspitze interessant.“

SG Nußloch: M. Bitz, Mangold 1 (beide Tor), Kuch, Schmiedt 2/1, Fritsch 1, Strüwing 1, Zeitz 2, Geppert 3/1, Surblys, Wichmann, Kirchenbauer 3, K. Bitz 4, Klimovets, Herrmann 1/1, Ganshorn 6, Petrócz