Das Wunder in der Benckiserhalle

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Das Wunder in der Benckiserhalle

Man wir es nicht glauben können, wenn man nicht selbst vor Ort war. Beim Stand von 11:22 in der 40. Spielminute, hatten die 150 Fans in der Benckisersporthalle das Spiel bereits abgehakt und auf Schadensbegrenzung gehofft. Was aber dann passierte, wird aber mit Sicherheit in die Geschichtsbücher der TGS Pforzheim eingehen.

Aber von vorne. Es war ein nervöser Beginn von beiden Mannschaften, die durch ihre konzentrierte Abwehrarbeit keine Mannschaft davon ziehen lassen wollte. Beim Stand von 3:3 in der 10. Spielminute, verlor das Perspektivteam von Florian Taafel aber plötzlich den Faden in der Partie. Unkonzentrierte Abschlüsse und fahrlässige Fehler in der Abwehr waren die Folge. Dass Leutershausen 2 diese Schwachstellen ausnutzen wollte, war schnell zu erkennen und so zog der Gegner bis zur Halbzeitpause auf 7:15 davon.

Die Zweite Halbzeit begann aus Pforzheimer Sicht noch schlechter als die erste geendet hatte. Die Fehler häuften sich zunehmend und im Angriff hatte man keine Idee mehr, um den Ball im Gegnerischen Tor zu versenken. Der Rückstand wurde immer gewaltiger und wuchs zur 40. Minute auf 11:22 an. Trainer Florian Taafel setzte in den letzten 20 Minuten alles auf eine Karte und stellte die Abwehrformation auf eine offensive 3-3 Abwehr um. „Wir hatten am Ende dann noch einen Pfeil im Köcher, wo es eigentlich schon vorbei war. Doch meine Jungs haben es überragend umgesetzt und waren im Tunnel.“, erklärte Florian Taafel seine taktische Umstellung.

Was dann passierte grenzte an ein Wunder. Das Perspektivteam war plötzlich wie ausgewechselt. Jörg Ludwig im Tor hielt nahezu alles. Die Abwehr spielte aufopferungsvoll und hochkonzentriert. Tor für Tor arbeiteten sich die Pforzheimer ran und brachten Leutershausen ins Schwanken. Das merkten auch die Fans, in der gut besuchten Benckiserhalle und feuerten die Jungs nochmal lautstark an. Als in der 55. Minute, nach zwei schnellen Toren von Finn Malolepszy und Julian Rost, die TGS erstmals mit 25:24 in Führung ging, gab es kein halten mehr für die Fans. „Ich kann es nicht fassen!“ oder „unglaublich!“, konnte man vermehrt auf der Tribüne wahrnehmen. Manuel Blum schraubte mit weiteren zwei Treffern den Spielstand auf 27:24 und sorgte damit für einem 13:0 Lauf der TGS.

„Ich weiß von den letzten 15 Minuten nicht mehr so viel, war total im Tunnel.“, verriet Jörg Ludwig nach Ende des Spiel, „Ich habe schon viele Spiele der TGS erlebt, aber das gehört zu den Top10 der verrücktesten Spiele!“, sagt der völlig erschöpfte Torhüter, nach der Energieleistung in den letzten 20 Minuten gegen Leutershausen 2, ergänzend.

Auch Trainer Florian Taafel sagte am Montagmorgen: „Ein Tag später fühlt es sich eigentlich immer noch so verrückt an wie gestern. Wir haben 40-45 Minuten nicht das gespielt was uns auszeichnet, doch dann kam das Selbstvertrauen mit der Umstellung. Das war eines der wenigen unerklärlichen Spiele, indem die Psyche auf beiden Seiten umschlägt und wir das Spiel für uns entscheiden können.“

Am Ende feierte das Perspektivteam den 28:26 Sieg gegen Leutershausen 2 und baut damit seine Serie auf 13:01 Punkten aus.

Es spielten: Betz, Merz, Ludwig – Bregazzi 2, Kautz, Salzseeler 3, J.Rost 2, F. Rost 5/1, Fassunge 2/2, Malolepszy 6, Ruberg, Bujotzek, Blum 8