Brühl steht völlig neben sich

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TV Brühl 1912

Badenliga Damen: TV Brühl – TSV Rot 21:25 (9:16)


Wer geglaubt hatte, daß den Brühlerinnen die Partie gegen Rot quasi einem Spaziergang gleichen würde, sah sich 60 Minuten lang wie im falschen Film. Der Superleistung vor Wochenfrist in Nußloch folgte in eigener Halle ein spielerisches Desaster, die Gäste gewannen ohne selbst glänzen zu müssen verdient mit 25:21.
Natürlich gab es für die Niederlage, nicht für das Zustandekommen, logische Erklärungen. Zum einen, daß es in einer neu formierten Mannschaft irgendwann Rückschläge geben muß, zum zweiten, daß mit Sophia Schneider ein Stabilitätsfaktor in der immer noch etwas fragilen Abwehr fehlte. Darüber hinaus war Maike Renkert mit einer Daumenverletzung gehandicapt. Sie begann sehr vorsichtig und war deshalb in der ersten Halbzeit nicht die gewohnte Leaderin. Das verunsicherte anscheinend das komplette Team, in dem niemand Normalform erreichte.
Die Gäste erkannte sehr schnell, was gegen die favorisierten Brühlerinnen getan werden muß, um erstmals beim TVB zu punkten. Rot verfügte über einen ordentlichen Rückraum und erspielte sich über den Kreis jede Menge Tormöglichkeiten und in der eigenen Abwehr genügte es völlig, Maike Renkert nicht aus den Augen zu lassen.
Rot führte bereits schnell mit 4:0, erst nach fast neun Minuten erzielte Brühl den ersten Treffer. Bis dahin hatten die Gastgeberinnen, denen in den 30 Minuten von Hälfte eines praktisch nichts gelang, schon unglaublich viele technische Fehler hinter sich. Aus dem anfänglichen 1:4 wurde nach 20 Minuten ein erschreckendes 4:12. Wie würde das enden? Trainerin Kerstin Siebenlist hatte da bereits die ersten Umstellungen vorgenommen. Trotz zweier verworfener Siebenmeter pendelte sich der Rückstand auf diesem Level ein. Zur Pause führte Rot, das in Cathrin und Evelyn Hoffmann die besten Spielerinnen stellte, mit 16:9.
Es gab in der jüngsten Vergangenheit schon Spiele, in denen der TVB solche Rückstände aufgeholt hatte, keine Frage, aber ob das auch gegen den TSV möglich ist, wollte niemand in der Pause versichern. Die Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte war die beste Phase der Gastgeberinnen. Sie glänzten nicht, aber sie kämpften. Das allein reichte schon, um bis zur 46. Minute auf 18:20 zu verkürzen. Mehr war nicht drin, technische Fehler und unnötige Strafzeiten verhinderten Positiveres. So hatten es die Gäste, die klug ihr Spiel zu Ende spielten, leicht mit dem 25:21 Erfolg die beiden Punkte zu ergattern.
Bei einem solchen Spielverlauf ist es natürlich doppelt bitter, wenn eine Mannschaft die ohne Rückraumtreffer auskommen muß, auch noch fast gänzlich auf die gewohnten Tore beispielsweise von den Außenpositionen verzichten mußte. Wenn dann die Deckung zu nachlässig agiert und auch die sonst so bestens aufgelegten Torhüterinnen ihrer Mannschaft nicht helfen können, ja dann geht halt ein solches Spiel den Bach hinunter.
Trainerin Kerstin Siebenlist: „in der ersten Halbzeit haben wir kollektiv versagt. Danach wurde es etwas besser, aber zum gewinnen reichte es nicht. Das Spiel müssen wir schnellstens abhaken und uns wieder auf unsere Stärken besinnen.“
TV Brühl: S. Pristl, Zimmermann; Li. Bühn, Handrick (2), Gross (4), Edelmann (1), Henn (1), F. Pristl (1), Renkert (8/2), Tomann (1), Röschel (3), Lederer.
ako