Brühl nicht vom Glück begünstig

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TV Brühl 1912

Brühl nicht vom Glück begünstig

Badenliga Damen: SG Pforzheim/Eutingen – TV Brühl 30:28 (14:13)

Im Vorfeld der Partie hätte eigentlich jeder Handballsachverständige eigentlich nur über die Höhe des Brühler Sieges in Pforzheim nachgedacht. Daß es nicht nur im Sport eben manchmal anders kommt, als vorher angenommen, zeigte sich am Samstag im Spiel bei der SG Pforzheim/Eutingen. Trainer Fred Klaszus hatte dabei gleich mit mehreren Unbilden umzugehen. Zunächst galt es Brühls Regisseurin Kerstin Siebenlist zu ersetzen. Sie zog sich im letzten Spiel gegen Heddesheim einen Kreuzbandriss zu und fällt langfristig aus. Das war aber noch nicht alles, denn verletzungsbedingt fehlte Anja Kemptner und auch Vanessa Henn, sowie Malin Handrick waren nicht einsetzbar. Somit schrumpfte der Brühler Kader schon vor dem Spiel auf neun Feldspielerinnen, wobei sich diese Zahl im Laufe des Spiels noch weiter verringern sollte.

Es war also kein Wunder, daß die SG Pforzheim/Eutingen nach dem ersten Auswärtssieg in Schriesheim, Anschluß an die vor ihr platzierten Mannschaften herstellen wollte, was nach dem 30:28 Erfolg auch geglückt ist. Die Gastgeberinnen spielten mit einer robusten und körperbetonten 5:1 Deckungsvariante und nahmen bei Bedarf Gästespielerinnen, Julia Werle oder Maren Röllinghoff, mit kurzer Deckung faktisch aus dem Spiel. Brühl mußte hingegen improvisieren. Als Rechtsaußen agierten im Wechsel Lena Bühn und Lisa Naber, ebenso auf der linken Seite Joceline Tomann und Anja Gross. Auf der Königsposition wechselten Maike Röschel und Lisa Naber, während am Kreis die B-Jugendliche Laura Friedrich für ständige Torgefahr sorgte. Die nächste Hiobsbotschaft ereilte die Brühler Bank bereits nach knapp acht Minuten (3:2). Joceline Tomann erlitt bei einer Attacke in der Abwehr eine Schulterverletzung, die ein Weiterspielen nicht mehr zuließ. Ob ein weiterer, längerer, Ausfall droht, wird sich zeigen müssen. Trotzdem drückte zunächst der TVB dem Spiel seinen Stempel auf. Nach dem zwischenzeitlichen 6:6 zogen die Gäste auf 10:7 und wenig später auf 13:10 davon (25. Minute). Dann wurden allerdings mehrere technische Fehler begangen und Torchancen nicht genutzt. Das baute natürlich den Gegner auf, der zur Pause urplötzlich 14:13 führte.

Da der Brühler Anhang in den ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn nur einmal jubeln durfte, nutzte die SG diese vorentscheidende Phase zur vier Tore Führung (18:14). Natürlich zeigten sich in der neu formierten Brühler Abwehr Schwächen im Timing und in der Abstimmung. Dem Rückstand rannten die Gäste fortan hinterher. Beim 20:20 und 21:21 war zweimal der Ausgleich geschafft. Für mehr reichte es jedoch nicht, auch weil Lisa Naber wegen einer Fingerverletzung passen mußte und Julia Werle mit einer Fußverletzung minutenlang auf der Bank behandelt wurde. Nur mangels Alternativmöglichkeiten spielte sie die letzten Minuten, natürlich gehandicapt, weiter. Anja Gross erhielt zu allem Überfluß in der 52. Minute nach einem Revanchefoul die rote Karte. In dieser Zeit zog die SG mit drei Treffern auf 26:22 davon. In der restlichen Spielzeit verkürzte Brühl mehrmals auf zwei Tore (25:27 und 26:28), mehr war nicht mehr drin. Selbst Kerstin Siebenlist erhielt in  der hitzigen Schlußphase eine Bankstrafe. Am Ende gewann die SG mit 30:28. Schon am nächsten Samstag in Schriesheim wird sich zeigen, wie das Team die Rückschläge wegsteckt und wer von den angeschlagenen Spielerinnen wieder einsatzfähig sein wird.

TV Brühl: Lauerwald, Zimmermann; Werle (10/1), Röllinghoff (4/3), Gross (1), Friedrich (4), Pristl, Naber (4), Tomann, Röschel (5), Le. Bühn.                                                                                                                                 ako