Badenliga Frauen: TV Brühl – TSV Amicitia Viernheim 28:26 (13:11)

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TV Brühl 1912

Brühl findet zu alter Stärke zurück                                                                               

Die Brühler Handballerinnen haben sich nach ihrem letzten schwachen Auftritt in Heddesheim im Heimspiel gegen Viernheim gänzlich rehabilitiert. In einer von beiden Seiten intensiv geführten Partie auf hohem Niveau rangen sie die Südhessen mit 28:26 nieder. Damit sicherte sich der TVB endgültig Platz drei, die beste Platzierung, seit sie sich in der Badenliga tummeln.

Bevor die Schiedsrichter die kampfbetonte, aber jederzeit faire Partie freigaben, wurde es in der Halle finster und mucksmäuschenstill. Für ihren scheidenden Trainer Markus Pfeifer hatten sich seine Mädels etwas ganz besonderes, emotionelles, einfallen lassen. An der Stirnwand waren überlebensgroße Bilder aller Spielerinnen gezeigt, die je von ihm gecoacht worden waren. Die aktuellen Spielerinnen liefen im Anschluß in selbst angefertigten T-shirts mit originellen Beschriftungen auf, Geschenke gab es dazu noch obendrein.

Dann begann ein beeindruckendes Spiel mit Höhepunkten am laufenden Band. Beide Mannschaften legten ein hohes Tempo vor und kombinierten schnell und schnörkellos. Viernheim lebte vor allem von den Paraden ihrer Torhüterin Vanessa Reinhard und von der Wurfkraft einer Anke Schalk und den Toren von Julia Fischer. Mit beiden hatte die aufmerksame Brühler Deckung ihre liebe Müh und Not. Auf Brühler Seite lagen die Offensivqualitäten in den bewährten Händen von Kerstin Siebenlist, Anja Hirsch und Julia Werle, die jeweils sechs Treffer markierten. Brühl war da einen Tick breiter aufgestellt. Der offene Schlagabtausch begeisterte die zahlreichen Zuschauer auf beiden Seiten. Die Führungen wechselten dabei ständig. Über die Spielstände 3:3, und 5:5 erarbeitete sich Brühl dann ein 9:6, daß nach einigen eigenen Fehlschüssen von den Gästen zum 9:9 genutzt wurde. Erst kurz vor der Pause zog Brühl auf 13:11 davon, Ende völlig offen.

Den besseren Start erwischte Viernheim, sie führten ohne Brühler Treffer jetzt selbst mit 14:13. Diese Brühler Nachlässigkeiten in Form von vergebenen Großchancen und vieler Lattentreffer machten die Partie jedenfalls bis zum Schluß spannend. Die Gäste lagen 15 Minuten mit einem oder zwei Toren vorne (18:16 und 20:18). Brühl, mit unbändigem Siegeswillen ausgestattet, kämpfte sich immer wieder heran und ging beim 22:21 erstmals in Führung. Jetzt folgten die Schlüsselszenen. Brühl erhielt insgesamt vier Strafminuten, in denen sie hervorragend agierten. In der Abwehr aggressiv zupackend und im Angriff trotz Unterzahl mit jeweils zwei Toren erfolgreich. Maike Renkert war es, die die Gästeabwehr in dieser Phase vor große Probleme stellte, die Viernheim nur mit strafwurfverdächtigen Fouls zu lösen versuchte. Die Brühlerin erzielte alle vier Siebenmeter Tore. Entschieden war damit allerdings immer noch nichts, denn nach 58 Minuten stand das Spiel beim 26:26 immer noch auf des Messers Schneide. Erst das 27:26 durch Kerstin Siebenlist wurde von Viernheim nicht mehr ausgeglichen, da die Brühler Abwehr mehrere Angriffe energisch abblockte. Das letzte Tor zum 28:26 kam einer Erlösung gleich.

Markus Pfeifer war nach dem Spiel über die beiden Punkte erleichtert und sprach seiner Mannschaft ein Sonderlob aus: “im Gegensatz zum Donnerstag haben wir gut gespielt und gekämpft. Die Abwehr stand und der Siegeswille meiner Mädels hat den Ausschlag gegeben.“

TV Brühl: Zimmermann, Adler; Werle (6), Bühn, Boll, Gross (1), Siebenlist (6), Schwarz, Naber, Pristl, Hirsch (6), Edelmann (2), Renkert (7/4).

Quelle: TV Brühl