Löwen halten den stärksten Widersacher auf Distanz

Die Fans der Rhein-Neckar Löwen erlebten schon am Donnerstagabend ein Weihnachtsfest der besonderen Art, denn der Deutsche Meister bezwang in einem wahren Spitzenspiel seinen direkten Verfolger, den Vizemeister SG Flensburg-Handewitt. Die 13200 Zuschauer spielten in der ausverkauften SAP-Arena in Mannheim wieder einmal einen wichtigen Part für die Heimmannschaft, denn sie sorgten von der ersten Minute für eine grandiose Stimmung und hielten sich fünf Minuten vor dem Ende nicht auf ihren Sitzen. Mit dem 32:27 Erfolg haben die Löwen ihre Spitzenposition in der DKB Handball Bundesliga untermauert.

 

Vom Anpfiff weg war Tempohandball angesagt

 

Es gab kein langes Abtasten zwischen den beiden Kontrahenten, beide Teams legten sofort mit hohem Tempo los. Wie so oft eröffnete Löwen Kapitän Andy Schmid den Torreigen, aber die Norddeutschen hielten ebenfalls mit hohem Tempo dagegen. Spielmacher Kentin Mahé machte im Angriff den Ball sehr schnell und brachte die beiden Rückraumschützen Rasmus Lauge und Holger Glandorf immer wieder erfolgreich in Wurfpositionen. Die erste kritische Situation gab es für die Hausherren als Abwehrchef Gedeon Guardiola für zwei Minuten auf die Bank musste. Mit konzentrierter Abwehrarbeit überstand der Meister die Unterzahl und ging sogar durch einen Schlagwurf von Mads Mensah Larsen mit 5:4 erneut in Front. Nach einem Fehlpass von Lauge legte Schmid zum ersten Mal zwei Tore vor, aber Glandorf verkürzte sofort wieder. Die Achse Schmid und Kreisläufer Hendrik Pekeler funktionierte hervorragend zum 7:5 und als Patrick Groetzki mit einem Gegenstoß sogar drei Tore vorlegte wurde die Arena richtig laut. Die Gelbhemden boten weiter hervorragenden Handball und bauten mit einem 3:0 Lauf durch Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson, Alexander Petersson und durch Pekeler, der ein Blitzanspiel von Groetzki zum Torerfolg nutzte, die Führung auf 12:6 aus. Gästetrainer Maik Machulla zückte den grünen Karton und nahm zuerst einmal etwas Wind aus den Segeln der Gastgeber. Lauge verkürzte mit dem nächsten Angriff, aber Groetzki stellte mit einem sehenswerten Treffer aus dem Rückraum den alten Abstand wieder her. Schmid verlud den schwedischen Torhüter Mattias Andersson zum 15:8 und schon ertönten die ersten Jubelgesänge von den Rängen. Nach dem fünften Tor von Spielmacher Schmid wechselten die Gäste den Torhüter und brachten den Dänen Kevin Moeller auf die Platte. In der 25. Minute nimmt Trainer Nikolaj Jacobsen den unglücklich agierenden Andreas Palicka vom Feld und brachte seinen Partner Mikael Appelgren zwischen die Pfosten. Die Flensburger gestalteten die Schlussphase der ersten Halbzeit effektiver und kamen durch Glandorf auf 19:16 heran. Den Schlusspunkt unter eine wahnsinnige erste Halbzeit setzte dann Sigurdsson, der einen Siebenmeter zur 20:16 Pausenführung versenkte.

 

Flensburg wirkte in der zweiten Hälfte präsenter

 

Es war klar, dass die Norddeutschen in der zweiten Hälfte mit Elan darangehen werden, die drohende Niederlage zu verhindern. Bis zum 21:17 durch Pekeler schien aber alles nach Plan für den Meister zu laufen. Doch plötzlich geriet der Motor der Badener ins Stocken und Trainer Jacobsen nahm schon nach 37 Minuten die nächste Auszeit. Die SG hatte auf 21:19 verkürzt und war drauf und dran die Kiste zu drehen. Der dänische Meistertrainer nahm den Torhüter vom Feld und brachte den siebten Feldspieler. Rafael Baena rückte mit Pekeler an den Kreis und sollte die Angriffsmaschine wieder ins Rollen bringen. Mensah nutzte eine Überzahl zu seinem dritten Treffer und brachte sein Team wieder mit drei Toren in Front. Im Gegenzug tauchte Lauge frei am Kreis auf, doch Appelgren war mit einer tollen Parade zur Stelle. Nach der nächsten Parade des schwedischen Nationaltorhüters ging Sigurdsson auf und davon: 23:19. In diesem Abschnitt entzauberte Appelgren den Gegner. Mit fünf super Reaktionen trug er dazu bei, dass die Löwen sich auf 26:20 entfernen konnten. In der letzten Viertelstunde merkte man den Hausherren an, dass das temporeiche Spiel der ersten Hälfte sicher viel Kraft gekostet hatte. Die Aktionen gingen nicht mehr so leicht von der Hand. Aber in der Abwehr wurde weiter konzentriert gearbeitet und wenn mal Mogensen oder Lauge entwischten hatte der Meister ja noch Appelgren, der mit seinen Paraden der Garant für den Erfolg wurde. Fünf Minuten vor dem Ende hielt es die Fans nicht mehr auf den Sitzen. Schon vor dem Abpfiff ertönte das „Oh wie ist das schön“ durch die Halle. Nach sechzig Minuten feierten die Löwen einen 32:27 Erfolg und hatten somit Revanche für die Niederlage im Hinspiel genommen.

Trainer Jacobsen war mit seinem Team sehr zufrieden: „Wir sahen in den ersten zwanzig Minuten hervorragenden Handball. Allerdings hat das auch viel Kraft gekostet. Danach haben wir uns im Eins-gegen-eins schwerer getan. Nach der Pause war klar, dass wir in der Abwehr stabil sein mussten. Und dann hatten wir den besseren Torhüter.“

 

Für die Rhein-Neckar Löwen spielten:  Mikael Appelgren, Andreas Palicka  –  Andy Schmid (6), Gudjon Valur Sigurdsson (10/3), Bogdan Radivojevic, Rafael Baena (2), Jerry Tollbring, Mads Mensah (3), Hendrik Pekeler (6), Harald Reinkind, Filip Taleski, Gedeon Guardiola, Alexander Petersson (1), Patrick Groetzki (4), Maximilian Trost

SG Flensburg-Handewitt: Mattias Andersson, Kevin Möller  –   Tobias Karlsson, Holger Glandorf (6), Thomas Mogensen (2), Lasse Svan (1), Hampus Wanne (1), Simon Jeppsson, Marius Steinhauser, Anders Zachariassen (2), Henrik Toft Hansen (4), Jim Gottfridsson, Rasmus Lauge (8), Kentin Mahé (3/2), Jacob Heinl

 

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