Die Rhein-Neckar Löwen zitterten sich zu zwei Punkten

DKB-HBL:    Rhein-Neckar Löwen   –    Bergischer HC       31:28    (18:15)

 

Die SAP erlebte ein Bundesligaspiel der Rhein-Neckar Löwen, das die 5.273 Zuschauer so sicherlich nicht erwartet hatten. In manchen Phasen fühlten sich die Anhänger des Deutschen Meister zwei Jahre zurück versetzt, als die Löwen ausgerechnet gegen den Bergischen HC schon einmal eine empfindliche Niederlage einstecken mussten und damit den Titel noch aus der Hand gaben. Auch in der Neuauflage tat sich der Titelverteidiger vom Anpfiff weg sehr schwer gegen die Bergischen, die immer noch gegen den Abstieg kämpfen. Erst in den letzten zehn Minuten fanden die Schützlinge von Trainer Nikolaj Jacobsen endlich in die Erfolgsspur zurück und sicherten sich mit dem 31:28 Erfolg doch noch die zwei wichtigen Punkte und bleiben damit weiter im Titelkampf mit der SG Flensburg –Handewitt, die ihre Partie gegen den TVB Stuttgart sicher mit 36:27 gewannen.

Gedeon Guardiola zeigte die Richtung an, in seine Löwen eigentlich spielen sollten (Foto: cls)

Schon die Anfangsphase zeigte, dass die Löwen einen sehr unangenehmen Abend erleben werden. Kreisläufer Hendrik Pekeler scheiterte ebenso an Torhüter Björgvin Gustavsson wie kurz danach auch Gudjon Valur Sigurdsson. Der isländische Nationaltorhüter steigerte sich wie so häufig gegen die Badener zu einer Topleistung und war bis Mitte der ersten Hälfte mit sieben Paraden zur Stelle, zum Leidwesen der Angreifer in Gelb. Auf der Gegenseite hatte die Abwehr des Meisters einige Probleme mit dem Angriff der Gäste, vor allem mit Spielmacher Tomas Babak. Die Bergischen agierten in dieser Phase  mit den Hausherren auf Augenhöhe.

Kim Ekdahl du Rietz brachte seine Farben mit zwei wuchtigen Treffern aus dem Rückraum erstmals mit zwei Toren in Front, die Kapitän Andy Schmid sogar noch auf 7:4 ausbauen konnte. Die Fans glaubten, dass ihre Lieblinge endlich in der Erfolgsspur angekommen seien. Aber die Gelbhemden waren an diesem Abend nicht voll konzentriert bei der Sache, ihnen unterliefen zu schwache Würfe und technische Fehler. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze nutzte die Ballgewinne zu einfachen Gegenstößen und verkürzte auf 7:6, so dass Trainer Jacobsen eine Auszeit nahm. Der Meister geriet zwar im weiteren Verlauf nie mehr in Rückstand, verstand es aber auch nicht sich entscheidend abzusetzen. Vor der Halbzeit vergab das Team sogar einen 15:10 Zwischenstand, den Gedeon Guardiola mit zwei schnellen Gegenstößen, sowie Sigurdsson, Schmid und Alexander Petersson erarbeitet hatten. Der BHC brachte in der Schlussphase der ersten Hälfte den Iraner Pouya Nourouzinezhad Gharelou ins Spiel, der mit drei Toren in Folge auf 17:15 verkürzte. Mit dem Pausenpfiff versenkte Petersson die Harzkugel zum Halbzeitstand von 18:15 im Netz der Gäste.

 

Die BHC Abwehr wehrte sich mit allen Kräften (Foto: cls)

Die Mannschaft von Trainer Hinze zeigte auch nach dem Wechsel, dass sie schon längst den Kampf gegen den Abstieg angenommen hat. Sie blieben den Löwen weiter auf den Fersen und kämpften verbissen um den Anschluss. Als Spielmacher Babak in der 40. Minute der Ausgleich zum 20:20 gelang, hatte das Löwenrudel die Befürchtung, dass ihrer Mannschaft das Spiel noch entgleiten könnte. Petersson legte zwar erneut vor aber schon im Gegenzug kassierten die Hausherren den nächsten Gleichstand und Trainer Jacobsen hatte vorerst genug. Er nahm die nächste Auszeit und stellte seine Sieben neu ein. Die Mannschaft setzte die Anweisungen des Dänen sofort um und erhöhte die Differenz abermals auf zwei Tore. Es kehrte jedoch keine Ruhe im Spiel des Meisters ein. Bis zur 49. Minute arbeiteten sich die Gäste auf 25:25 heran und glaubten schon an die Chance an diesem Abend eine Überraschung schaffen zu können.

Alexander Petersson fand sieben Mal eine Lücke und wurde bester Werfer der Löwen (Foto: cls)

In der Schlussphase ging ein Ruck durch die Mannschaft des Meisters. Plötzlich wirkten die Aktionen von Kapitän Schmid und seinen Kameraden wesentlich konzentrierter, vor allem in der Deckung arbeitete das Team konsequenter. Folge war, dass du Rietz und Petersson mit ihrer individuellen Klasse innerhalb von zwei Minuten die Vorentscheidung einläuteten. Torhüter Mikael Appelgren unterstützte in diesem Abschnitt noch einmal mit wichtigen Paraden, so dass Petersson und Patrick Groetzki die Führung auf 31:27 ausbauen konnten. Der letzte Treffer von Moritz Preuss zum Endstand von 31:28 in der Schlusssekunde war noch ein kleiner Schönheitsfehler.

Auf der Pressekonferenz gab Trainer Jacobsen dann zu, dass er mit dieser Partie nicht überglücklich war: „Ich fand wir haben teilweise sehr unkonzentriert agiert. Dann hat es Phasen gegeben wo wir das Gefühl hatten, dass wir das Spiel unter Kontrolle hätten, sind dann aber wieder nicht hundertprozentig in die 1:1 Situationen gegangen und haben vorne einfache Würfe vergeben und haben den Gegner dadurch wieder ins Spiel gebracht. Erst mit den letzten acht Minuten war ich zufrieden, da haben wir gut gedeckt. Aber in den nächsten Spielen muss von uns mehr kommen.“

Nationalspieler Hendrik Pekeler sah vor allem in der Spielweise der Bergischen einen der Gründe, warum die Löwen erst sehr spät das Geschehen kontrollieren konnten: „Der BHC  hat enorm das Tempo rausgenommen, was bedeutete, dass wir sehr lange in der Abwehr standen. Wir mussten oft lange warten bis wir den Ball bekamen. Wenn wir dann endlich in Ballbesitz waren wollten wir zu schnell was machen und das hat nicht immer funktioniert. In den nächsten beiden Spielen kann es so ähnlich laufen, denn Balingen und Stuttgart kämpfen ebenfalls um den Abstieg. Wir müssen eben unsere Chancen besser nutzen und mehr konzentriert bleiben, dann kann alles besser laufen.“

 

Für die Rhein-Neckar Löwen spielten: Mikael Appelgren, Lukas Bauer (für einen Siebenmeter) –  Andy Schmid (5), Gudjon Valur Sigurdsson (5/1), Rafael Banea Gonzalez (1/1), Marius Steinhauser, Mads Mensah Larsen (2), Harald Reinkind, Gedeon Guardiola (2), Patrick Groetzki (2), Kim Ekdahl du Rietz (4), Hendrik Pekeler (3), Alexander Petersson (7), Filip Taleski, Leon Bolius

Für den Bergischen HC spielten: Björgvin Gustavsson, Christopher Rudeck – Moritz Preuss (4), Christian Hoße (4/3), Nils Artmann (3), Kristian Nippes (1), Alexander Hermann (4), Tomas Babak (5), Maximilian-Leon  Bettin, Fabian Gutbrod, Uros Vilovski (2),Ace  Jonovski, Pouy Nouroouzinezhad Gharehlou (3), Bogdan Criciotoiu (2)

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