Junglöwen stürmen ins DM-Finale

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Was für eine Energieleistung! Die A-Junioren der Rhein-Neckar Löwen sind mit einem 34:30 (16:16) am Samstagabend ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gestürmt. Nach dem 29:22 im Hinspiel hatten sie Halbfinal-Gegner TSV Burgdorf auch im Rückspiel in der Stadthalle Östringen über weite Strecken komplett im Griff. Spätestens nach einem starken Start in Durchgang zwei und der 20:16-Führung nach 35 Minuten war die Begegnung so gut wie entschieden.

Gegner der Junglöwen im Finale, das am kommenden Samstag (19 Uhr) mit dem Hinspiel in Östringen startet, ist die SG Flensburg-Handewitt, die sich gegen den Nachwuchs der MT Melsungen durchsetzte. Die Junglöwen zeigten am Samstag eine von Beginn an sehr konzentrierte Vorstellung, ließen nie das Gefühl aufkommen, nach dem deutlichen Hinspiel-Sieg an Fokus nachzulassen und sicherten sich einen am Ende auch in der Höhe verdienten Heimerfolg.

Gäste-Trainer Iker Romero, gleichzeitig Co-Trainer der Bundesliga-Profis der TSV Hannover-Burgdorf, lobte seine Mannschaft für einen couragierten Auftritt und die Gastgeber für eine fantastische Handball-Atmosphäre. Junglöwen-Coach Daniel Haase sagte: „Der Schlüssel zum Sieg war das Spiel letzte Woche, als wir klasse verteidigt und gute Lösungen gefunden haben.“ Heute sei nicht alles optimal gewesen, habe man es im Spiel gegen den siebten Feldspieler nicht leicht gehabt. Schließlich habe seine Mannschaft den Vorsprung ins Ziel gebracht – das sei das Wichtigste an diesem Abend. 

Schlagabtausch mit leichtem Löwen-Vorteil

Die Partie in der mit 670 Zuschauern toll besuchten Stadthalle nimmt direkt Fahrt auf. Martin Schmiedt setzt den ersten Treffer des Abends, postwendend gelingt der TSV der Ausgleich. In diesem Rhythmus geht es vorerst weiter. Bis zum 8:7 legen die Junglöwen jeweils vor – und die Niedersachsen gleichen aus. Dabei stellen sich die Nordbadener recht schnell auf die Manndeckung gegen Jannis Schneibel ein. Der im Hinspiel überragende Spielmacher stiehlt sich immer wieder frei, unterstützt von den Halben Lennart Cotic und Yessine Meddeb, die durch extrem viel Bewegung die Burgdorfer Abwehr dauerhaft beschäftigen.

Vom flüssigen Angriffsspiel im Rückraum profitieren vor allem Benedikt Damm am Kreis und Schmiedt auf links außen. Schmiedt kommt in den ersten 30 Minuten auf sieben Tore bei vier verwandelten Siebenmetern. Schneibel selbst bringt die erste Zwei-Tore-Führung zum 9:7 (15.). Wieder der Spielmacher erhöht auf 13:10 – da sind die Junglöwen in Addition beider Halbfinalspiele bereits zehn Treffer enteilt (22.).

Burgdorf bleibt dran

Burgdorf, das zwischenzeitlich dauerhaft den siebten Feldspieler bemüht – eine Zeitlang sogar in der Abwehr, was folgerichtig mit zwei Minuten bestraft wird – findet nun vorne wieder bessere Lösungen, kämpft sich auf 14:14 zurück (27.). Beim 14:15 gelingt den Gästen gar die erste Führung. In die Pause geht es nach einer rasanten ersten Hälfte mit 16:16. Die Junglöwen haben vor allem in der Abwehr Steigerungspotenzial.

Genau das rufen sie zu Beginn der zweiten Hälfte ab – und distanzieren sich damit vorentscheidend von der TSV. 17:16 heißt es nach Damms nächstem Tor, dann sichern sich die Jungs in Gelb dreimal infolge den Ball. Einmal Dank schneller Hände in der Abwehr, zweimal Dank Torwart Niklas Gierse. Mit seiner sechsten und siebten Parade macht er das 19:16 und 20:16 möglich. Als Burgdorf das erste Tor nach der Pause erzielt, ist die Partie schon so gut wie durch.

Den in Summe beider Spiele zweistelligen Vorsprung geben die Junglöwen nicht mehr aus der Hand. Sie wechseln munter durch – und das ohne Leistungsabfall. Zwischenzeitlich dreht Kaspar Veigel auf, trifft binnen kürzester Zeit dreimal und stellt auf 26:21 (43.). Hut ab vor den Gästen, die weiter kämpfen, auch taktisch alles versuchen und am Ende als stolzer Verlierer vom Platz gehen können. So gebührt der TSV auch der letzte Treffer des Abends zum 34:30, das die Löwen-Fans in der Stadthalle Östringen gebührend zu feiern wissen.

Spielstatistik 

Rhein-Neckar Löwen – TSV Burgdorf 34:30 (16:16) / Hinspiel 29:22

Löwen: Gierse, Späth (ab 52.) – Wichmann, Damm (4), Schneibel (7), Meddeb (2), Ahouansou, Schmiedt (9/5), Veigel (5), Cotic (3), Neagu (2), Meiser (1), Büttel (1)

Burgdorf: Buschhorn, Mecke – Mävers (10/1), Juric (3), Becher (2), Schröder, Hanne, Ayar (2), Holletzek, Fischer (3), Krüger, Ahrens (2), Wolf (2), Wunsch (3), Urdangarin (3)

Trainer: Daniel Haase – Iker Romero

Schiedsrichter: Andreas Briese / Kim von der Beeck

Zuschauer: 670

Strafminuten: Meddeb (2) – Mävers (2)

Siebenmeter: 5/5 – 1/1

Spielfilm: 1:0, 1:1, 7:7, 9:7, 9:8, 11:9, 13:10, 14:14, 14:15, 16:16 (HZ), 20:16, 20:17 24:20, 26:21, 27:23, 28:25, 28:27, 29:27, 30:27, 33:28, 34:30 (EN)