Welche Chancen hat Deutschland bei der WM 2019?

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Welche Chancen hat Deutschland bei der WM 2019?

Alle zwei Jahre zieht die Handballweltmeisterschaft Fans aus aller Welt in ihren Bann. 2019 wird es wieder so weit sein. Diesmal werden Deutschland und Dänemark die WM zusammen ausrichten und damit Gäste aus der ganzen Welt bei sich begrüßen dürfen. Damit wird auf eine reiche Handballtradition zurückgegriffen, denn beide Nationalmannschaften gehören zu den stärksten Teams. Der DHB hatte bekannt gegeben, dass die Austragungsorte in Deutschland hierbei die vier größten Städte Berlin, Hamburg, München und Köln sein werden. Das Eröffnungsspiel wird dabei in der Hauptstadt stattfinden. Es stellt sich allerdings die Frage, wie stark sich der Deutsche Handballbund diesmal aufstellen kann. Können jetzt schon Deutschlands Erfolgschancen eingeschätzt werden?

Rückblick auf vergangene Weltmeisterschaften

Betrachtet man die letzten beiden Weltmeisterschaften aus dem Jahre 2015 und 2017, kann man der deutschen Mannschaft im Grunde einen guten WM-Start attestieren. In beiden Weltmeisterschaften gingen die Deutschen als Gruppensieger hervor und konnten erhobenen Hauptes ins Achtelfinale ziehen. Dabei hatten die Deutschen besonders 2015 Glück, da sie erst als Nachrücker an der Weltmeisterschaft teilnehmen konnten. Dieser Wahl machten sie aber alle Ehre und gewannen bis auf ein Unentschieden gegen Dänemark alle Gruppenspiele. 2017 konnte man sogar alle Gruppenspiele als Siege verbuchen. Im Achtelfinale 2015 schaffte Deutschland es bis ins Viertelfinale und schied dort mit 24:26 gegen den Gastgeber Katar aus. Dabei haderte die Mannschaft mit einigen Schiedsrichterentscheidungen und musste auch gegen den Druck eines langen Rückstandes ankämpfen. Bei der WM 2017 traf die deutsche Auswahl im Achtelfinale wieder auf Katar, konnte lange Zeit das Spiel dominieren, bis Katar die Partie gegen Ende überraschend drehen konnte und mit 21:20 gegen Deutschland gewann. Als Zwischenfazit kann man zu dem Schluss kommen, dass viel Pech die deutsche Mannschaft verfolgte, es aber auch technische Fehler gab und besonders der Sturm häufig nicht effektiv arbeitete, weshalb die Verteidigung häufig unter zu großem Druck stand. Ähnlich verlief es bei der letzten EM, wo hauptsächlich der DHB-Trainer Christian Prokop in der Kritik stand. Dieser möchte jedoch den Blick nach vorne auf die WM richten und an alten Schwächen arbeiten.

Statistische Vergleiche

Zur Betrachtung der Chancenlage hilft es ebenfalls, sich statistische Wahrscheinlichkeiten anzuschauen. Seit 2009 gewann Frankreich jede Weltmeisterschaft mit Ausnahme von 2013, als Spanien sich vor heimischem Publikum den Titel sichern konnte. Den letzten Turniersieg hatte Deutschland 2007, ebenfalls vor heimischem Publikum. Dieser Faktor mag Deutschland also positiv zur Seite stehen. Es kommt jedoch noch ein weiteres Element dazu. Diesmal wird Deutschland nämlich dem Weltmeister Frankreich in der Gruppenphase begegnen. Betrachtet man die starke Leistung Deutschlands in den letzten Gruppenphasen, mag dies positiv stimmen – besonders im Hinblick auf das heimische Publikum. Dennoch fließen hier natürlich noch viele weitere Variablen, wie die Mannschaftsform, Verletzungen und Co. mit hinein. Aus diesem Grunde lohnt sich ein Blick auf die Quoten der Buchmacher, um die Chancen besser definieren zu können. Mit Stand vom 29. Juni wird Deutschland mit einer Quote von 4,50 beim Onlineanbieter Betway die dritthöchste Chance für einen WM-Sieg eingeräumt. Der amtierende Weltmeister Frankreich hat hier die zweithöchste Quote von 3,30 und Dänemark führt die Liste mit 3,25 an. Rein instinktiv hätte man wahrscheinlich Frankreich hier die besten Chancen zugesprochen, aber genau daher lohnt sich eine Quotenübersicht.

Baden-Württembergs Beitrag zur WM

Auch wenn kein Austragungsort in Baden-Württemberg liegt, gibt es spezifische Faktoren aus dem Bundesland, die die Weltmeisterschaft prägen werden. Zum einen geht es hier um den Ausrüster. Hier muss sich der DHB keine Sorgen machen, da das Sportunternehmen Kempa als Sponsor die deutsche Nationalmannschaft ausrüstet. Hinter dem Hersteller steckt die traditionsreiche Firma Uhlsport. Diese wurde 1948 gegründet und hat ihren Sitz in Balingen. Auch wenn dieser Faktor die Gewinnchancen nicht allzu stark beeinflussen mag, sollte man ihn nicht rausrechnen. Im Weltmeisterjahr 2007 war Kempa das erste Mal der Ausrüster für die Nationalmannschaft gewesen. Der aktuelle Vertrag lief bis 2018, wurde aber anknüpfend an den damaligen Erfolg verlängert. Eine weitere Komponente werden die Nationalspieler sein. Obwohl der WM-Kader natürlich noch nicht festgelegt ist, gibt es auch diesmal Chancen für Spieler der Rhein-Neckar Löwen, in die Auswahl zu kommen. Bei der WM 2017 spielten hier der Rechtsaußen Patrick Groetzki sowie der Kreisläufer Hendrik Pekeler in der DHB-Elf mit. Da diese ebenfalls im aktuellen Kader aufgeführt werden, kann eine Berufung hier als wahrscheinlich betrachtet werden.

Wird Deutschland seine Schwächen ausgleichen können und auf alte WM-Stärken setzen können, hat die Elf als Favorit vor heimischem Publikum gute Chancen auf einen Titelgewinn.

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