Die TGS verpflichtet einen Nationalspieler

Mit dem 31-jährigen lettischen Nationalspieler Maris Versakovs hat die TGS Pforzheim einen spielstarken und torgefährlichen Spielmacher verpflichtet. Er wird die Position von Martin Kienzle einnehmen, doch sind beide Spieler von der Spielanlage nur bedingt zu vergleichen. Der 1,92m große Rückraumspieler ist eher ein Spielmacher klassischer Prägung, der Räume für seine Mitspieler schafft und vor allem das Zusammenspiel mit den Kreisläufern liebt. Dass er trotzdem auch selbst torgefährlich ist, beweisen seine zehn Einschüsse am vergangenen Samstag, als sein Team bei der Relegation um den Aufstieg in die 2. Handball Bundesliga gegen den TSB Heilbronn/Horkheim mit 39:38 Toren gewann.

Maris Versakovs begann in seiner Heimatstadt Dobele mit dem Handballspiel; später kam er ins Jugendinternat von ASK Riga, wo er auch 2003 in der ersten lettischen Liga debütierte. Mit seinem Team gewann er 2005, 2006 sowie 2007 die lettische Meisterschaft, zweimal wurde er zu Lettlands Spieler des Jahres gewählt. Durch gute Leistungen empfahl er sich für ein Engagement im Ausland; 2007 wurde er vom deutschen Zweitligisten SG Achim/Baden unter Vertrag genommen. Bei den Niedersachsen avancierte er zum Leistungsträger, so dass er ins Blickfeld von Erstligisten geriet. Zur Saison 2008/09 wechselte er für kurze Zeit zum TUSEM Essen, wo er als Nachfolger von David Katzirz fungierte.
Im Jahr 2011 schloss er sich dem Drittligisten SV Beckdorf an. In der Saison 2012/13 war er mit 250 Toren bester Werfer aller Staffeln der 3. Liga. Im Sommer 2016 wechselte er dann zum Ligakonkurrenten HSG Nord Henstedt-Ulzburg.
Sein erstes Nationalmannschafts-Spiel hat er bereits mit 18 Jahren absolviert. Aktuell hat er es auf 76 offizielle Einsätze mit der lettischen Nationalmannschaft gebracht. Ziel mit der Nationalmannschaft ist es, sich für ein großes Turnier (EM, WM) zu qualifizieren. Bis jetzt wurde dieses Ziel mehrmals knapp verfehlt.

Maris Versakovs hat vor 2 Jahren sein Bachelor-Studium zum Physiotherapeuten abgeschlossen und wird mit seiner Frau Dina und Labrador Hund Lucky nach Pforzheim kommen. Die Ehefrau Dina Bergmane-Versakovs ist ebenfalls Handballerin und spielte in der vergangenen Saison ebenfalls beim HSG Nord HU in der 3. Liga Frauen. Erste Kontakte für die 1,84m große Rückraumspielerin wurden bereits geknüpft und es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch sie in der kommenden Saison in Pforzheim Handball spielen wird.
Wie kam der Kontakt der TGS zu Versakovs zustande? „Über unseren „Ex-“Kreisläufer Nils Boschen, der über seine Bietigheimer Kontakte von dem Wunsch Versakovs erfuhr, dem Norden den Rücken zu kehren und in Süddeutschland Handball spielen zu wollen. Da sich die TGS derzeit noch keine Profi-Handballer leisten kann, war es natürlich super, dass wir für unseren Neuzugang relativ schnell einen Job in seinem erlernten Beruf angeboten bekamen. Unser Hauptaugenmerk liegt jetzt aber auf der Wohnungssuche für die Handballfamilie mit Hund und das ist derzeit in Pforzheim und der näheren Umgebung gar nicht so einfach“, erklärt Wolfgang Taafel.

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