Überragend in der Vorrunde! Versöhnlich der Abschluss auf Rang 3!

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KURPFALZ BÄREN – Saisonrückblick 1:

Überragend in der Vorrunde! Versöhnlich der Abschluss auf Rang 3!

Die gerade zu Ende gegangene Saison bescherte den KURPFALZ BÄREN einen unerwarteten dritten Rang. Dr. Robert Becker und Tom Löbich, die beiden sportlichen Leiter, waren daher mit dem Abschneiden ihres Teams mehr als zufrieden. Hätte Ketsch einen Lizenzantrag für die erste Liga gestellt, wäre man sogar aufgestiegen.

In einer Mannschaftssitzung im August vergangenen Jahres stand die Frage nach den Saisonzielen im Raum. Dr. Robert Becker: „Wir einigten uns mit Kate Schneider und den Spielerinnen auf folgende Formel: Jedes Spiel gewinnen wollen, frühzeitig den Klassenerhalt sichern und Weiterentwicklung unseres Tempospielsystems.“

Die Abgänge von Lene Ebel und Yvonne Rolland wurden alle aus der eigenen Jugend kompensiert, und die Fans waren gespannt, wie sich Rebecca Engelhardt, Sophia Sommerrock, Lea Marmodee, Elena Fabritz und Lara Eckhardt weiterentwickeln würden. Dazu Tom Löbich: „Unsere famose und konstante Teamleistung war die Grundlage für die so erfolgreich verlaufene Runde, in der wir nie die Spitzengruppe verlassen mussten.“

18:4 Punkte in 2017: Nur gegen Buchholz/Rosengarten (23:32) ohne Chance

Das Auftaktprogramm war alles andere als einfach: Zu Hause gegen das übermächtige Buchholz/Rosengarten und die Reisen nach Zwickau und Beyeröhde ‒ da war ein 0:6 Punktestart durchaus eine realistische Einschätzung. Aber Trainerin Kate Schneider wollte davon nichts wissen: „Wir schauen von Spiel zu Spiel und stellen uns auf jeden Gegner penibel ein.“ Acht überlegene Siege in Zwickau (24:33), in Beyeröhde (20:24), in Trier (16:29) und in Kirchhof (27:30) standen Heimerfolge gegen Gröbenzell (31:27), Nürtingen (26:17), Hannover (29:23) und Waiblingen/Korb (37:26) gegenüber. In Mainz (29:29) und gegen Herrenberg (24:24) ertrotzen die Bären jeweils ein Unentschieden. Die Folge: Zum Jahreswechsel rangierte die TSG Ketsch auf einem sensationell anmutenden zweiten Rang.

Schwarzer Januar 2018: 1:7 Punkte sorgen für Frust und Trotz

Widrige Trainingsbedingungen zum Jahreswechsel (keine Halle) trugen dazu bei, dass die Mannschaft in Bremen nicht auf die Beine kam und die höchste Saisonniederlage mit 33:23 einstecken musste. Auch zuhause gab es gegen Halle/Neustadt (22:22) sowie Schlusslicht Zwickau lange Gesichter (17:18). Doch schon bei der knappen 28:26 Niederlage beim späteren Meister Buchholz/Rosengarten Anfang Februar zeigten sich die Bären vom Winterschlaf erholt.

Fünf Siegen in Serie folgen drei Pleiten 

Die Heimspiele gegen Beyeröhde (27:20), Mainz (31:27) und Trier ((27:19) waren ein Leckerbissen für die Fans, die auch auswärts in Gröbenzell (24:27) und Nürtingen (24:28) jubeln durften. Doch ausgerechnet beim späteren Absteiger Hannover (33:32) enttäuschten die Bären vor allem in der Abwehr, und weitere knappe Niederlagen daheim gegen Kirchhof (25:27) und in Waiblingen (31:29) folgten.
Ein schwacher Trost: In allen Spielen hatte die Mannschaft hervorragend bis in die Schlusssekunden gekämpft., dabei aber nicht das Glück auf ihrer Seite gehabt.

Versöhnlicher Rundenabschluss mit 5:5 Punkten

Der höchste Sieg gelang Ende April zuhause gegen Berlin (28:14), was allerdings kein Garant für das verlegte Rückspiel wenige Tage später war (27:24). Beim „Angstgegner“ Herrenberg verloren die Bärenladies etwas unglücklich mit 24:23, dominierte dann Werder Bremen mit 26:20, ehe der abschließende Punktgewinn in Halle (29:29) für einen erfolgreichen Abschluss stand.

Hochkonzentrierte Abwehr und Tempo nach vorne 

Mit 759:685 Toren beendeten die Bären die Runde, was einem Ergebnisschnitt von 27,5 zu 24,5 Toren entspricht. Dazu Tom Löbich: „Fast alle unsere Gegner setzten aufgrund unseres Tempospiels auf einen eher vorsichtigen Spielaufbau. Daher war es wichtig, dass wir in der Abwehr hochkonzentriert blieben.“ Für die defensive Qualität sorgte ‒ wie schon in der Vorsaison ‒ vor allem auch Sabine Stockhorst, die viele gegnerische Spielerinnen schier verzweifeln ließ.

Keine Verletzungen zu beklagen

Fast ungeschoren überstanden die Spielerinnen die lange und harte Saison, was in der Liga Seltenheitswert besitzt. Die Team-Physiotherapeutin Kristin Werth kümmerte sich bestens um die kleineren Wehwehchen der Bärenladies. Es kann aber auch als Verdienst von Trainerin Kate Schneider angesehen werden, die mit ihrer Trainings- und Spielsteuerung dafür sorgte, dass die Belastung der einzelnen Spielerinnen sinnvoll und kräfteschonend auf das ganze Team verteilt wurden.

 

Die Bärenladies in Zahlen und Prozenten

Statistische Auswertungen machen nur Sinn, wenn auf Zahlen Taten folgen. Die KURPFALZ BÄREN haben ein Instrument entwickelt, das exakt auf ihr Tempospiel zugeschnitten ist und den Trainern wertvolle Hinweise für die Trainingssteuerung und Taktikplanung gibt. Dazu Dr. Robert Becker: „Naturgemäß stehen die Torschützen im Vordergrund der Aufmerksamkeit. Für unser Spiel ist es aber mitentscheidend, wie die Fähigkeiten der Spielerinnen ausgeprägt sind, in der Abwehr Bälle zu erobern und bei hoher Geschwindigkeit verwertbare Pässe zu spielen.“ Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Bären-Zahlenwerk:

Die Bären eroberten im Schnitt fast 6 Mal den Ball pro Spiel

Dabei zeichneten sich insbesondere Rebecca Engelhardt (32 Balleroberungen, Sina Michels (24) und Samira Brand (23) aus. Bei den Assists (finale Pässe) ragten Samira Brand (149) und Carmen Moser (133) hervor. Nur durch Strafwürfe konnten Samira Brand (18mal), Lena Feiniler (17) und Rebecca Engelhardt (15) gebremst werden.

Zwei Torjägerinnen führen ein breit gestreutes Feld an 

Saskia Fackel und Carmen Moser katapultierten sich mit 168 (bei 69 7m-Toren) und 160 (12) unter die ersten zehn Torschützinnen der Liga. Die Statistik bescheinigt aber, dass die Torausbeute sehr breit im Team gestreut war: Mit Rebecca Engelhardt (88), Sophia Sommerrock (81), Lena Feiniler (64), Samira Brand (52) und Sina Michels (50) übertrafen insgesamt 7 Spielerinnen die 50-Tore-Marke.

Sabine Stockhorst – die starke Hüterin des Bärentors

Auch in der Statistik zeigt sich die herausragende Leistung von Sabine Stockhorst im Tor, die pro Spiel weit mehr als 10 Würfe abwehren konnte. Sie wurde sogar, was für Torhüterinnen eher selten ist, zur zweitbesten Spielerinnen der zweiten Bundesliga gewählt.

Tempospiel sorgt für Tore, aber auch Fehler

Mehr als 80% aller Angriffe wurden aus einem fließenden Kombinationsspiel heraus abgeschlossen, was für die Qualität des Bären-Tempohandballs spricht.

Insgesamt führte jeder zweite Angriff zu einem Tor. In besonders starken Spielen erreichte die Quote sogar mehr als 65%. Im Schnitt fanden16 Würfe nicht den Weg ins Tor, darunter ungefähr 7 vom ersten Wurfkreis. Technische Fehler lagen bei etwa 11 pro Spiel, ein Wert, der für das Team und die Trainer etwas ärgerlich ist. Eine weitere für die Bären wichtige Kennzahl ist die Anzahl der Treffer, die über Gegenstöße (einschließlich „schnelle Mitte“) erzielt werden. Hier liegt die Quote fast bei 40%, was ein überragender Wert im Sinne der Spielphilosophie der Bären ist.

Die „Sünderin“ treibt es „hart aber fair“

Eine interessante Notiz am Rande: Wer die Bärenspiele gesehen hat, dem ist sicherlich Rebecca Engelhardt besonders aufgefallen. Denn als Abwehrspitze erledigte sie ein unglaubliches Pensum und störte das Aufbauspiel der Gegner mit großem körperlichen Einsatz und cleverem „Eingreifen“. Umso erstaunlicher, dass sie in der sogenannten “Sünderliste“ der Liga erst an 15. Stelle auftaucht, mit gerade 15 Hinausstellungen in 28 Spielen. Auf sie trifft damit vollständig der Titel der Fernsehsendung „hart aber fair“ zu …

Auch bei den Zuschauern auf Platz 3

Die zahlenmäßige Entwicklung bei den KURPFALZ BÄREN verläuft in vielerlei Hinsicht sehr positiv. Das gilt für die Anzahl und Leistungen von Sponsoren und Unterstützern. Das gilt auch für das Interesse der Öffentlichkeit und die Zuschauerzahl bei Heimspielen, in der die Fans immer für eine prächtige Atmosphäre sorgten. Mit im Schnitt 500 Zuschauern liegen die Bären ‒ wie in der Abschlusstabelle ‒ auf dem dritten Rang, knapp hinter Kirchhof. Diese Liste wird angeführt von dem Aufsteiger Halle/Neustadt, der im Schnitt noch 100 Zuschauer mehr anlocken konnte.

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