Laktattest in Karlsruhe

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Handball-3.Liga: SG Nußloch in Kooperation mit dem KIT

Karlsruhe. (bz) Der frühe Vogel fängt den Wurm. Getreu dieser deutschen Redensart bat Marc Nagel, der neue Trainer des Handball-Drittligisten SG Nußloch, seine Spieler letzte Woche zum Laktattest.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) testeten Dr. Rainer Neumann und sein Team den Fitnesszustand der Handballer. Dabei mussten die Jungs auf ein Laufband und im Drei-Minuten-Rhythmus eine Temposteigerung um jeweils 2 km/h erreichen. Nach jedem dieser Abschnitte nahmen die wissenschaftlichen Mitarbeiter des KIT einen Tropfen Blut am Ohrläppchen. Durchschnittlich zwischen acht und zehn Blutabnahmen kommen so pro Handballer zusammen. In der Regel ist es so, dass der Spieler den Test selbst abbricht, wenn er das geforderte Tempo nicht mehr halten kann.

„Auf diese Art und Weise ermitteln wir die Laktat-Leistungskurve der Spieler und können daher ihre Leistungsfähigkeit individuell sowie im Vergleich zur Mannschaft einordnen“, erläutert Dr. Neumann die Vorgehensweise, „dementsprechend lassen sich zu jedem Spieler Stärken-Schwächen-Analysen erstellen und darauf aufbauend ein individuelles Training planen, um jeden Einzelnen optimal zu verbessern.“

Das KIT arbeitet neben den Handballern unserer SGN auch mit den Profi-Fußballklubs des Karlsruher SC, des SV Sandhausen und der TSG Hoffenheim zusammen. Laut Neumann hat sich das Athletiktraining in den letzten Jahrzehnten in den Ballsportarten professionalisiert. Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, sind gezielte Diagnostik- und Trainingsmaßnahmen notwendig. „Fußballer wie Handballer müssen so gut es geht komplett sein. Das heißt Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination sind in hohem Maße gefordert. Beim Handball ist durch die Spielfeldgröße jedoch der Wechsel noch viel schneller und intensiver“, erläutert Neumann, der einen Einblick in die daher anfordernde Arbeit eines Handballtrainers gibt, „die Grundlagen dafür bilden die Handballer am besten schon in der Zeit vor dem Trainingsstart, damit Marc während der Vorbereitung gezielt im hochintensiven Bereich sportartspezifische Trainingsreize setzen kann.“

Nagel nutzte daher die Tests, um sich im Vorfeld der Vorbereitung über seine neue Mannschaft und deren körperliche Verfassung wissenschaftlich belegt zu informieren. „Jetzt in der Trainingspause sollen die Jungs regelmäßig laufen, um ihre Akkus wieder aufzufüllen“, hat der Coach seinen Schützlingen Hausaufgaben gegeben, „dafür bekommt jeder nach den Auswertungen der Laktattests einen individuellen Plan, um bei der richtigen Herzfrequenz den optimalen Trainingsreiz zu setzen.“

Bereits Ende Mai und Anfang Juni absolvieren Teile der Mannschaft ein spezielles Technik- und Wurftraining, ehe am 24. Juni der offizielle Startschuss zur Vorbereitung auf die Saison 2019/20 fällt.