Füchse Berlin waren im Halbfinale zu stark für die Junglöwen

0
363

Beim Rookie-Cup vor Ostern dieses Jahres standen sich die A-Jugend-Teams der Füchse Berlin und die Junglöwen von der SG Kronau/Östringen das erste Mal gegenüber. Im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gab es ein Wiedersehen. Im Hinspiel in Berlin setzten sich die Füchse mit 30:25 in dieser „tierischen“ Auseinandersetzung durch. In der Kronauer Mehrzweckhalle starteten die Junglöwen am Freitagabend die Mission Finaleinzug. Vor 950 Zuschauern mussten die Gastgeber am Ende jedoch zugeben, dass der Nachwuchs des Berliner Bundesligisten in dieser Saison nicht zu packen war. Mit 30:38 zeigten sich die Schützlinge von Trainer Bob Hanning den Gelbhemden in allen Belangen überlegen. Der Titelverteidiger steht damit erneut im Finale um die Jugendmeisterschaft.

Schon in der ersten Minute bekamen die Junglöwen zu spüren, was sie in der restlichen Spielzeit noch erwarten wird. Eine konsequente Abwehr ließ kaum einen erfolgreichen Spielaufbau zu und der erste Wurfversuch wurde eine Beute von Torhüter Timur Güner. Im Gegenzug versenkte Rechtsaußen Maximilian Gerbl den Ball hinter Marco Bitz. Aber mit Unterstützung des lautstarken Anhanges hielten die Kraichgauer dagegen. Kreisläufer Alexander Kubitschek schaffte den Ausgleich. Eine Unachtsamkeit gegen Gästespielmacher Max Scheithauer und ein Ballverlust im Angriff führten zu einem frühen Rückstand mit zwei Toren. Aber Löwen verstehen zu kämpfen und blieben durch Tore von Leon Bolius und Roy James auf 3:4 dran. Zweimal ließ Paul Drux sein Können aufblitzen und schon lag seine Mannschaft mit drei Treffern in Front. Durch die Mitte war selten eine Lücke zu finden, so versuchten es die Junglöwen über die Außen und waren durch Bolius und Justus Mehl erfolgreich. Mitte der ersten Hälfte erarbeiteten sich die Gastgeber zunächst den Ausgleich durch James und beim nächsten Angriff durch einen schnellen Gegenstoß von Mehl sogar die erste Führung beim 8:7. Nun befanden sich die Füchse in der Jägerrolle und bekamen beim Stand von 10:10 Unterstützung durch Trainer Hanning. Der engagierte Coach legte den grünen Karton auf den Tisch und nahm eine erste Auszeit. Zunächst ohne nennenswerte Wirkung, denn die Badener legten erneut vor. In der folgenden Phase fehlte den Schützlingen des Trainergespannes Andre Bechtold/Andreas Schurig, etwas das Glück. Zweimal verhinderte ein Pfosten den Torerfolg und ein Ballverlust spielte wieder in die Karten des Gastes: Führung mit 11:13. Das Publikum feuerte die Gelbhemden an und sie schafften vier Minuten vor der Halbzeit abermals den Ausgleich. Aber durch zwei Fehler gerieten die Hausherren sofort wieder mit zwei Treffern in Rückstand. Was man mit Willen und Leidenschaft bewegen kann demonstrierten die Gelbhemden in den letzten Minuten vor der Pause und schon stand es wieder unentschieden. Leider war Scheithauer nicht zu halten, so dass man mit 15:16 in die Kabine ging.
Nach dem Wechsel kamen die Füchse etwas wacher aus der Kabine und zogen auf 15:18 davon. Die Junglöwen mussten sich dann bei Bitz bedanken, der zunächst einen Siebenmeter von Drux parierte und gleich danach mit einer weiteren Parade einen höheren Rückstand verhinderte. Die Hauptstädter agierten in der Anfangsphase vor allem im Angriff konsequenter und zogen auf 17:21 davon. Bei den Gastgebern wirkten die Aktionen plötzlich gehemmt und man handelte nicht mehr so als Mannschaft wie in Hälfte eins. Die Hanning Truppe nutzte jede Möglichkeit eiskalt aus und war in der 37. Minute auf 18:23 enteilt. In doppelter Unterzahl verkürzte Mehl auf 19:23 und James legte noch ein Tor nach. Dann riss bei den Kraichgauern der Faden und sie blieben sechs Minuten ohne Torerfolg. Berlin nutzte seine Chancen besser und baute den Vorsprung auf sechs Tore aus. Ein Treffer von James war wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Kronau/Östringen nahm Drux in Manndeckung. Der Jugendnationalspieler blieb häufig weit weg vom Geschehen, so dass seine Kameraden viel Platz für ihre 1:1 Aktionen bekamen. Die Junglöwen lagen Mitte der zweiten Hälfte immer noch mit sechs Toren im Hintertreffen. Bemerkenswert war in dieser Phase ein Treffer von Torhüter Bitz, der sah, dass sein Gegenüber zu weit aus dem Tor geeilt war und versenkte den Ball von Tor zu Tor. Zehn Minuten vor dem Abpfiff war die Partie entschieden, als die Hauptstädter die Tordifferenz auf sieben Treffer ausgebaut hatten. In der Schlussphase kämpften die Junglöwen darum, das Ergebnis erträglicher zu gestalten, was die Gäste aber nicht zuließen. So stand am Ende eine deutliche 30:38 Niederlage gegen ein überlegenes Team aus Berlin.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Andre Bechtold: „Wir wissen, dass wir für unser Spiel eine starke Abwehr und starke Torhüter brauchen und dann das schnelle Spiel nach vorne entwickeln können und das hat uns heute gefehlt. Einfache Fehler unserer Spieler haben die Berliner dann eiskalt bestraft. Sie sind dafür eben zu stark. Wir haben eine gute Saison gespielt, die durch diese letzte Begegnung etwas in Frage gerät. Fehler darf man auf diesem Niveau nicht machen, denn das führt sofort zu Gegentoren. Wir haben gelernt, dass wir mit unseren Jungs noch intensiver an der Ballsicherheit, Technik und Abwehrverhalten arbeiten müssen.“

Trainer Bob Hanning: „Wir haben uns über Jahre eine gewisse Qualität erarbeitet und haben auch herausragende Spieler in dieser Mannschaft, die den Qualitätsunterschied ausmachen. Die Kronauer hatten heute ihren Linkshänder (Marvin Gerdon, d.Red.) nicht dabei und hatten damit wenig Alternativen um ihr Tempospiel durchziehen zu können. Wir hatten dagegen genügend Alternativen. Trotzdem muss ich der Kronauer Mannschaft ein großes Kompliment machen, denn sie haben viel Herz und Leidenschaft investiert. Unser Sieg war auch in dieser Höhe verdient.